Mein Bild der Woche 18 - Die Welt in Gelb - Raps nützt und nervt 1
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Mein Bild der Woche 18 – Die Welt in Gelb – Raps nützt und nervt

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Hast du es schon gesehen? Leuchtend gelbe Rapsfelder lassen jetzt die Welt in Gelb erstrahlen. Vor blauem Himmel wirken sie ganz besonders und locken zum Spaziergang oder zur Fahrradtour. In diesem Jahr beginnt die Blüte besonders früh wegen des anhaltend schönen Wetters und dem milden Winter.

Bei der Rapspflanze denkt man ja automatisch an die Farbe Gelb. Die gelben Blüten beherrschen ganze Felder und bleiben vor allem vielen genervten Autofahrern in Erinnerung, die den Blütenstaub auf ihrer Windschutzscheibe kleben haben.

Aber natürlich nicht nur die Autofahrer sind betroffen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon die Terrasse abgespritzt habe, um die gelbe Schicht wegzuspülen. Trotzdem sehe ich ständig die Spuren auch im Haus. Oder die Balkon- und Terrassenmöbel – alle ständig mit einer gelben Schicht überzogen. Fenster, Fensterbänke, Autos, Fahrräder … alles gelb. Da hilft nur Putzen. Das ist eine Kehrseite der gelben Pracht. Über eine andere schreibe ich weiter unten.

Aber schauen wir uns die Rapspflanze einmal etwas genauer an:

Die Welt in Gelb - Raps, Rapsblüte
Rapsblüte

Raps historisch

Raps wird schon seit Jahrhunderten wegen des hohen Ölgehaltes seiner Samenkörner kultiviert. Die Rapspflanze war schon den Römern bekannt. Ursprünglich stammt der Raps aus dem östlichen Mittelmeerraum und wurde zur Gewinnung von Speise- und vor allem Lampenöl verwendet.

Raps zu Öl

In Indien gibt es für eine Verwendung Hinweise bereits um 2000 v. Chr., in Mitteleuropa wird er erst seit dem 14. Jahrhundert angebaut. Ab dem 17. Jahrhundert findet der Anbau im größeren Stil statt. Im nordwestlichen Deutschland und in den Niederlanden war Raps im 16. und 17. Jahrhundert die wichtigste Ölfrucht. In der Mitte und im Osten Deutschlands dagegen herrschten die eng verwandten Rübsen vor.

Raps als Brennstoff

Zunächst lieferte Raps vorwiegend Brennstoff für Öllampen. Im frühen 19. Jahrhundert stieg der Rapsanbau an, weil sich der Gebrauch des Öls als Beleuchtungs- und Nahrungsmittel zunehmend durchsetzte. Als Speiseöl wurde Rapsöl unter anderem wegen seines bitteren Geschmacks nur eingeschränkt verwendet. Allenfalls in Hungerzeiten kam Rapsöl vermehrt auch als Nahrungsmittel auf den Tisch. So brach der Rapsanbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark ein, als preiswerte Erdölimporte und tropische und subtropische Speiseöle auf den Markt kamen.

Raps als Lebensmittel

In beiden Weltkriegen wurde in Deutschland der Rapsanbau forciert, um sich aus der Abhängigkeit von Fett- und Öleinfuhren zu lösen. Vor allem Margarine wurde aus heimischem Rapsöl hergestellt. Als Speiseöl nur bedingt tauglich, als Futtermittel ungeeignet, blieb Rapsöl hauptsächlich auf die Verwertung technischer Öle beschränkt (Brennstoff für Öllampen, Schmiermittel für (Dampf)Maschinen, Grundstoff für die Seifenherstellung).

Raps-Neuzüchtungen

Dies änderte sich ab etwa Mitte der 1970er Jahre. Es kamen Neuzüchtungen mit zwei neuen Merkmalen auf den Markt: Das Öl aus diesem 00-Raps („Doppel-Null“) enthielt nur noch geringe Mengen der bitter schmeckenden Erucasäure und war nahezu frei von Senfölglykosiden. Diese giftigen Stoffe hatten bis dahin eine Verwendung als Lebensmittel bzw. als Tierfutter weitgehend ausgeschlossen.

Nachdem durch die Neuzüchtungen zunächst die Verwertung als ernährungsphysiologisch wertvolles Speiseöl sowie als Rohstoff für Speisefette in den Mittelpunkt gestellt worden war, ist Rapssaat zunehmend auch als nachwachsender Rohstoff genutzt worden. 2007 wurden drei Viertel des in Deutschland erzeugten Rapsöls zur Erzeugung von Biokraftstoffen oder zur Verwertung in der Industrie verwendet. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Raps

Die Welt in Gelb - Spaziergang daheim
Die Welt in Gelb – Spaziergang daheim

Raps als Naturschauspiel

Gerade jetzt, wo wir alle ja keine Reisen oder Ausflüge machen dürfen, siehe https://karenontour.de/reisen-in-corona-zeiten/, ist es doch herrlich, dass die Natur uns in unserer unmittelbaren Umgebung dieses wunderschöne Naturerwachen bietet. Nutzen wir es also. https://karenontour.de/wandern-daheim/

Die Welt in Gelb - Wandern daheim
Die Welt in Gelb – Wandern daheim

Die Welt in Gelb – Löwenzahn

Nicht nur die Rapsfelder blühen gelb momentan, sondern es gibt auch jede Menge Löwenzahn an den Feldrändern oder – leider – auch im Garten. Während ich im Garten nicht ganz so begeistert davon bin, weil sie sich einfach so unverschämt vermehren, gefallen sie mir in freier Natur sehr gut.

Ich erinnere mich an meine Kindheit, an den Besuch einer englischen Delegation in unserem Landkreis. Ich meinte die Bezeichnung „Dandy Lines“ zu verstehen über die gelbe Linie von Löwenzahn am Rande der Landstraßen. Der Name machte Sinn für mich, ich fand ihn sehr schön. Erst später habe ich gelernt, dass es eigentlich auf englisch „Dandelions“ heißt.

Die Welt in Gelb - Löwenzahn, Dandelion
Die Welt in Gelb – Löwenzahn, Dandelion
Die Welt ist gelb - Honigbiene
Die Welt ist gelb – Honigbiene

Aber nicht nur wir freuen uns über die vielen gelben Blüten im Frühjahr, sondern natürlich auch die Insekten. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge – sie alle sind schon eifrig unterwegs, um Blütenstaub zu sammeln.

Die Welt in Gelb – Raps nervt aber auch

Allerdings gibt es noch eine weitaus ärgerlichere Seite der vielen Blüten: die Allergien, unter denen viele Menschen im Frühjahr leiden. Durch seinen vermehrten Anbau macht auch der Raps ihnen zu schaffen. Seine Pollen werden immer mehr zum Auslöser einer Pollenallergie mit den bekannten Folgen wie

Raps-Pollenflug im Frühjahr

Besonders zwischen Ende April, Mai und Juni müssen sich Allergiker mit Taschentüchern ausstatten. Es gibt sogenannte Pollenkalender, die ziemlich genau anzeigen, wann der Pollenflug für welche Pflanze zu erwarten ist. Vor allem gilt das natürlich in ländlichen Gegenden, denn hier können die gelben Pflanzen über Kilometer weit wachsen und blühen.

Die Welt ist gelb - Asthma-Spray
Die Welt ist gelb – Asthma-Spray
Die Welt ist gelb - Blütenstaub-Allergie
Die Welt ist gelb – Blütenstaub-Allergie

Die Welt in Gelb – trotzdem toll

Trotz der genannten Widrigkeiten ist es doch immer wieder ein herrlicher Anblick, die gelben Rapsfelder zu sehen, ihren Duft einzuatmen. Ich genieße es jedes Jahr wieder.

Wie empfindest du das? Bist du Allergiker und deshalb nicht so begeistert vom Raps? Oder gefallen dir die gelben Felder auch so gut? Schreib mal.

Die Welt in Gelb - Landschaft mit Raps
Die Welt in Gelb

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