FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff
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FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff

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Die Alltagsmasken aus Stoff kommen aus der Mode, FFP-2-Masken sind jetzt angesagt als besserer Schutz vor Corona. Haben also unsere Alltagsmasken aus Stoff ausgedient? FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff? Schauen wir mal.

Neue Regeln

In Bayern muss man ab Montag, 18. Januar, in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften FFP-2-Masken tragen. Und es sieht so aus, als wenn auch andere Bundesländer in diesem Punkt nachziehen werden. Grund: Prinzipiell ist deren Schutzwirkung gegen winzige Partikelchen in der Luft, die das Coronavirus enthalten können (sogenannte Aerosole), deutlich besser als bei den normalen Stoffmasken.

Das gilt sowohl für die Trägerinnen und Träger als auch für deren Umgebung. Deshalb sollen wir FFP-2-Masken den Vorzug gegenüber den Alltagsmasken aus normalem Stoff geben.

Alltagsmasken filtern nur relativ wenig Aerosole aus der Atemluft. Sie lenken diese vor allem nur um, sodass eine direkte Ansteckung nach vorne von Gesicht zu Gesicht nicht möglich ist. Dafür nimmt die Atemluft andere Wege, denn die Bedeckung schließt, im Gegensatz zur FFP-2-Maske, nicht luftdicht am Gesicht ab.

Inzwischen gibt es von diesen auch genügend, so dass die Beschaffung kein Problem mehr sein sollte. Das war am Anfang der Pandemie noch anders. Aber jetzt ist das Internet voll von Angeboten, die Apotheken haben sie, auch in Drogerien kannst du sie kaufen.

Wie die Maskerade begann

Erinnerst du dich noch, wie wir alle im Februar angefangen haben zu nähen? Es gab keine Masken zu kaufen, also boomte die Nachfrage nach Schnittmustern und geeignetem Stoff sowie Flies, um uns selbst Alltagsmasken zu nähen.

Die ersten waren noch stark verbesserungswürdig, aber nach und nach hatten wir den Bogen raus. Auch findige Firmen boten schnell ausgefallene Muster und Farben an.

Schließlich konnte man auch die bekannten Alltagsmasken aus Flies kaufen, die sogenannten OP-Masken. Ich muss sagen, dass ich die wesentlich praktischer und besser sitzend empfinde als meine selbstgenähten.

FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff - so erkennt mich niemand
FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff – so erkennt mich niemand

Unsere ersten FFP-2-Masken haben wir uns für den Flug nach Mallorca im Sommer zugelegt. Nicht schön, aber sicher. Den Filter kann man auswechseln, das Silikon gut reinigen. Trotzdem nichts für jeden Tag.

FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff - vor allem im Flieger
FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff – vor allem im Flieger

Jetzt also FFP-2-Masken für täglich. Dazu ein paar Infos.

FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff - Karen mit FFP-2-Maske
FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff – jetzt also FFP-2-Maske

FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff oder Alltagsmasken

FFP steht für filtering face piece, also die Atemluft filternde Gesichtsmaske. Die Filterleistung gibt es in drei Stufen, von denen die dritte die höchste Stufe ist. Bei den FFP-2- und FFP-3-Masken tritt die Atemluft direkt durch das Filtergewebe der Masken nach außen und innen und wird gefiltert.

Die Aerosole bleiben beim Ausatmen im Filter hängen und gelangen nicht in die Raumluft. Das gilt genauso für die eingeatmete Luft, aus der die möglicherweise vorhandenen Aerosole herausgefiltert werden. Diese Masken bieten also sowohl für einen selbst als auch für andere einen guten Schutz. FFP-2-Masken sind besser als Alltagsmasken aus Stoff oder einfache OP-Masken.

Woran du gute FFP-2-Masken erkennst

Nicht jede sogenannte FFP-2-Maske ist auch gut. Gute FFP-2-Masken müssen zertifiziert sein, weshalb jede einzelne mit mindestens vier Kennzeichen bedruckt sein sollte:

  • Zertifizierungskennzeichen EN 149. Das ist die Norm, nach der die Funktion des Filtermaterials getestet sein muss.
  • Schutzstufe muss aufgedruckt sein, also FFP-2 oder FFP-3. Diese Kennzeichen besagen, wie viele Aerosole das Filtermaterial herausfiltert und wie viel Luft selbst bei korrektem Sitz am Rand der Maske noch ausströmen kann. Die Vorgabe für FFP-2 ist, mindestens 94 Prozent der Schwebeteilchen aus der Luft zu filtern, FFP-3 muss dies für mindestens 99 Prozent erreichen.
  • CE-Zeichen auf der Maske, das für geprüfte Sicherheit steht. Daneben muss eine vierstellige Nummer stehen, hinter der sich die zertifizierende Institution verbirgt.
  • Hersteller auf jeder Maske aufgedruckt.
FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff - vier Kennzeichen
FFP-2-Masken sind besser als solche aus Stoff – vier Kennzeichen

Wenn diese Kennzeichen nicht auf den Masken zu finden sind, dann sind sie nicht nach europäischen Standards zertifiziert. Folglich bieten sie dann möglicherweise nicht den versprochenen Schutz.

Wo du FFP-2-Masken kaufen kannst und was sie kosten

Wenn diese Kennzeichen vorliegen, spielt es keine Rolle, wo du die Masken kaufst: beim Apotheker, in der Drogerie, im Supermarkt oder im Online-Shop.

Aber gerade im Internet heißt es aufpassen: Es werden Masken angeboten, die auf den ersten Blick als FFP-2 bezeichnet werden, die aber gar nicht die Zertifizierungskennzeichen aufweisen.

Der Preis kann auch ein Hinweis sein. Bei besonders preiswerten Masken mussst du genau hinschauen: Kosten die Masken weniger als ca. ein bis zwei Euro pro Stück, sollte man ganz genau auf die Kennzeichen achten. Nur wenn die vorhanden sind, ist es ein guter Deal.

Mancher Verkäufer verlangt aber auch fünf oder sechs Euro das Stück. So viel muss man aber nicht ausgeben, das würde zu teuer werden.

Wie lange du die FFP-2-Masken nutzen kannst

Die Kosten verringern kann man, wenn man die Masken öfter als einmal benutzt. Die Hersteller empfehlen, dass man die Maske für ca. eine Stunde täglich tragen könne und dann eine halbe Stunde Tragepause machen sollte, das aber nicht mehr als 3 mal am Tag.

Diese Masken sind ja ursprünglich auch für den Bau gedacht, um Staub abzuhalten. Für Handwerker ist es offenbar kein Problem, wenn sie solche Masken länger und öfter tragen.

Deshalb sagen auch Experten, dass man diese Masken durchaus mehrere Tage nutzen könne. „Die sind ja ursprünglich dafür gedacht, über einen ganzen Arbeitstag hinweg Feinstaub aus der Luft zu filtern. So eine Extrembelastung ist im Alltagsgebrauch der Masken während der Pandemie aber gar nicht der Fall.“ Man könne die Masken also durchaus wieder verwenden.

Von einer Wiederaufbereitung durch Trocknen im Backofen sprechen zwar einige, aber ich halte es doch für schwierig, die genaue Temperatur zu erwischen. Womöglich richtet man mehr Schaden an als durch einfaches Trocknen an der Luft.

Für das Trocknen der Maske an der Luft solltest du mehr Zeit einplanen. Es gibt Vorschläge, sich für jeden Tag der Woche eine Maske zuzulegen und sie dann in dieser Reihenfolge zu tragen. Es kommt eben darauf an, wofür du die Maske trägst: nur ein bis zweimal in der Woche zum Einkaufen oder täglich zur Arbeit.

Woher weißt du, dass die FFP-2-Maske richtig sitzt?

Die Maske muss dicht an der Gesichtshaut anliegen, das ist essenziell für ihre Schutzwirkung. Es gibt im Handel unterschiedliche Größen, da hilft nur Ausprobieren. So lange die Maske lückenlos am Gesicht anliegt, kann man sich auf ihren Schutz verlassen.

Du setzt die Maske auf und drückst den Nasenbügel fest an die Nase. Dann atme einmal kräftig ein. Wenn die Maske sich eng an Mund und Nase drückt, fast ein Vakuum entsteht, dann sitzt sie richtig.

Schwierig wird es für Bartträger. Denn dann sitzt die Maske nicht mehr dicht am Gesicht. Schon ein Drei-Tage-Bart kann dazu führen, dass Luft ungefiltert an der Maske vorbeikommt. Ein Glück, dass ich keinen habe!

Was machen wir mit den Alltagsmasken?

Unsere vorhandenen Alltagsmasken müssen wir ja trotzdem nicht entsorgen, solange sie intakt, sauber und wirklich Masken sind, nicht einfach nur Schals. Beim Spazierengehen, in der Stadt oder wenn man auf Abstand mit den Nachbarn redet, sind die sicherlich völlig ausreichend.

Wahrscheinlich wird es ja noch lange dauern, bis die allgemeine Maskenpflicht aufgehoben wird, die ja nach wie vor gilt.

Die FFP-2-Masken zum Einkaufen und im öffentlichen Fern- und Nahverkehr finde ich hingegen sehr sinnvoll und wichtig. Ansonsten werde ich weiterhin die Alltagsmaske tragen.

Wie gehst du damit um? Trägst du schon immer die FFP-2-Maske? Fällt es dir schwer? Fühlst du dich damit sicher? Schreib mal, wie es dir mit den Masken geht.

Nachtrag

Jetzt habe ich einen Tipp bekommen zur Wiederaufbereitung der FFP-2-Masken:

Die Helios Kliniken haben ein sicheres Verfahren entwickelt zur Aufbereitung solcher Masken, siehe helios-gesundheit.de/unternehmen/aktuelles/pressemitteilungen/detail/news/helios-entwickelt-verfahren-zur-wiederaufbereitung-von-ffp-masken/. Dies gilt allerdings für den professionellen Gebrauch und nicht für den Privatgebrauch. Trotzdem interessant zu lesen.

Außerdem schrieb mir eine Leserin, dass die Backofenaufbereitung der FFP-2-Masken sich durchaus einige Male lohne.

Es gab die Empfehlung durch das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte, die Masken nach Gebrauch bei 65 bis 70 Grad Celsius trockener Hitze (z. B. im Backofen) 30 Minuten lang zu erhitzen. Das sollte die Viren abtöten und die Maske für den nächsten Einsatz aufbereiten. Diese Empfehlung hat das Bundesamt mittlerweile zurückgezogen.

Jetzt gilt: Für den privaten Bereich ist eine Desinfektion der Masken im Backofen möglich: bei exakt 80°C Ober- und Unterhitze und für mindestens eine Stunde. Dadurch wird SARS-CoV-2 auf und im Maskenmaterial sicher inaktiviert.

ABER: Während der Backzeit darf der Ofen NICHT geöffnet werden! Auch die Aufbereitung der FFP2-Masken im Backofen soll nicht häufiger als fünf Mal wiederholt werden.

Das klingt für mich nicht so praktikabel und ziemlich energieverbrauchend, aber wer sich exakt an die Anweisung hält, kann das natürlich machen. Dennoch vielen Dank für den Tipp, den ich hiermit gerne weitergebe.

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