Mallorca - Balearic Agenda 2030
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Mallorca – Balearic Agenda 2030: Schluss mit Sauftourismus

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Ist endlich Schluss mit dem elenden Sauftourismus auf Mallorca? Schon länger sind die Party-Urlauber auf Mallorca der Balearen-Regierung ein Dorn im Auge. Mit der Gesetzesreform Balearic Agenda 2030 wird jetzt endlich hart durchgegriffen.

Balearic Agenda 2030

Fest steht: Die spanische Regierung hat mit der Gesetzesreform Balearic Agenda 2030 den kostenlosen Alkoholausschank in All-Inclusive-Hotels verboten. Sie will damit unerwünschte touristische Exzesse wie Saufereien und Prügeleien eindämmen.

In der Vergangenheit hatten viele Urlauber aus Deutschland und England die recht billigen All-inclusive-Angebote genutzt. Die Folge waren häufig betrunkene Touristen an den Stränden und Promenaden, Lärm und Müll in der Öffentlichkeit, Prügeleien und sexuelle Übergriffe.

Dieses beschämende Verhalten will man auf Mallorca nicht länger hinnehmen. Damit soll nun Schluss sein.

Keine Flatrates mehr für Alkohol

Rund um den sogenannten Ballermann hatten viele Hotels damit geworben, dass im Zimmerpreis auch ein unbeschränkter Bierkonsum enthalten ist. Dieser inclusive Ausschank von Bier und Alkohol überhaupt wird nun untersagt.

Betroffen sind zwar nur einzelne Regionen, dazu gehören aber mit der Platja de Palma, S’Arenal und Magaluf auch die beliebtesten Partyhochburgen der Insel.

Alkohol darf nicht zu billig werden

Damit die Hotels das Verbot der Gratis-Abgabe von Alkohol nicht dadurch umgehen, dass nur ein symbolisch niedriger Preis für Alkohol verlangt wird, ist auch die Abgabe zu deutlich unterdurchschnittlichen Preisen untersagt.

So einfach umgehen können Tourismusanbieter die neue Regelung nicht. Medienberichten zufolge sind auch Ausflüge, bei denen Alkohol ausgeschenkt wird, verboten. Flatrate-Trinken während des Urlaubs ist damit auf Mallorca nur noch schwer möglich.

Keine Alkohol-Touren auf Partybooten mehr

Auch die Party-Bootstouren, bei denen es in erster Linie darum ging, auf einem Boot auf dem Meer vor Mallorca Alkohol in rauen Mengen zu trinken, gehören der Vergangenheit an.

Keine Alkoholwerbung mehr

Die genannten Gebiete Platja de Palma, S’Arenal und Magaluf wurden zu Zonas d’Especial Interés Turístic erklärt, also zu Gebieten von besonderem touristischen Interesse. In diesen Zonen darf es künftig keine Werbung für Alkohol mehr geben.

Konkret bedeutet das: Egal ob Bier, Wodka oder Wein – ab sofort dürfen keine Alkoholflaschen mehr in den Schaufenstern ausgestellt werden. Zusätzlich dürfen auch keine Sonderaktionen wie die beliebte Happy Hour mehr beworben werden. Auch die beklagten Saufgelage am Strand oder an öffentlichen Plätzen werden mit hohen Geldstrafen von bis zu 3.000 Euro geahndet.

Plastiktüten werden abgeschafft

Auch gegen die Umweltverschmutzung, die mit den Touristenmassen einhergeht, wird nun aktiv vorgegangen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist das Verbot von Plastiktüten, die zukünftig nicht mehr in Geschäften und Hotels zum Einsatz kommen dürfen. Zusätzlich sollen auch Einwegflaschen in Hotels und Gaststätten abgeschafft werden. Damit sollen die übermäßigen Müllmassen gestoppt und bis 2030 um zehn Prozent verringert werden.

Balconing (Balkonklettern) künftig verboten

Die Balearic Agenda 2030 nimmt sich außerdem einer weiteren Unart unter Party-Touristen an: dem sogenannten „Balconing“. Hierbei klettern alkoholisierte Touristen, nüchtern käme ja auch keiner auf diese Idee, von Balkon zu Balkon oder versuchen, vom Zimmerbalkon in den Pool zu springen. Das endet gar nicht so selten tödlich. Urlauber, die künftig bei so etwas erwischt werden, werden des Hotels verwiesen und müssen mit einem Bußgeld von bis zu 6.000 Euro rechnen.

Bei Verstößen: Bis zu 600.000 Euro Strafe

Bei Verstößen gegen die neue Verordnung drohen Veranstaltern bis zu 600.000 Euro Strafe und auch Entzug der Lizenz für 3 Jahre. Deshalb erwarten die Regierungsvertreter in Mallorca, dass sich weitgehend alle Marktteilnehmer an die neuen Verordnungen halten: Schluss mit Sauftourismus auf Mallorca.

Die neuen Verordnungen sind Stand heute für 5 Jahre gültig.

Ausnahmen

Es gibt aber auch Ausnahmen: So gelten die neuen Regeln nicht für große Veranstaltungen wie Kongresse, Tagungen oder Hochzeitsfeiern mit mindestens 20 Gästen. Und auch nicht für die ganze Insel, sondern momentan nur für die Region Playa de Palma, S’Arenal und Magaluf.

Weg vom Party-Insel-Image

Mallorca gehört seit langem zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Der Tourismus ist unendlich wichtig für Mallorca und bietet den Einheimischen überlebenswichtige Arbeitsplätze. Die Einnahmen aus dem Tourismus belaufen sich auf rund 12,03 Milliarden Euro im Jahr.

Mallorca - Balearic Agenda 2030 - Schiff in einsamer Bucht
Mallorca – Balearic Agenda 2030 – Schiff in einsamer Bucht

Im Jahr 2019 haben rund 5 Millionen Bundesbürger Urlaub auf der Insel gemacht. Das Jahr 2020 verursachte durch Corona dann einen regelrechten Einbruch und den Verlust überlebenswichtiger Arbeitsplätze und Einkommensquellen, siehe auch Hope Mallorca.

Nur ein Teil der Urlauber verbringt übrigens die Ferienzeit in den Partybereichen. Die meisten Gäste genießen die einzigartigen Strände, die großartige Natur und die vielen Möglichkeiten, die die Insel bietet.

Mallorca - Balearic Agenda 2030 - Schluss mit dem Sauftourismus - großartige Natur
Mallorca – Balearic Agenda 2030 – Schluss mit dem Sauftourismus – großartige Natur

Unmut der Einheimischen

Dennoch ist es in den letzten Jahren aufgrund der Exzesse überalkoholisierter Gäste zu Unmutskundgebungen der Einheimischen gekommen, die sich mehr Respekt vor Land und Leuten gewünscht haben. Sie fordern: Endlich Schluss mit dem elenden Sauftourismus auf Mallorca.

Mit dem neuen Gesetz könnte es gelingen, von dem Image als Party- und Sauf-Insel wegzukommen. Zu hoffen wäre es ja.

Fazit

Wie so oft wird eher über die berichtet, die sich nicht benehmen können, als über diejenigen, die sich an die Regeln halten und Respekt vor anderen und vor der Insel mit ihren Bewohnern zeigen.

Mallorca - Balearic Agenda 2030 - wunderschöne Bucht
Mallorca – Balearic Agenda 2030 – wunderschöne Bucht

Bei unseren Aufenthalten auf Mallorca können wir uns sehr gut und einfach fernhalten von diesen Partyhochburgen mit den unangenehmen Begleiterscheinungen.

Dennoch lesen wir in der Zeitung davon, hören über Exzesse im Radio und sind darüber nicht begeistert. Wir lieben die Insel und stören uns schon daran, dass Mallorca offenbar von vielen nur als ein Ziel für Party- und Sauftourismus angesehen wird.

Deshalb unterstütze ich dieses neue Gesetz. Flatrate-Säufer und solche Touristen, die sich nicht anständig benehmen, braucht doch kein Mensch. Für mich ist die Balearic Agenda 2030 eine gute Nachricht und ein Schritt nach vorne.

Wie siehst du dieses neue Gesetz? Kann es halten, was es verspricht oder wird es nur ein Lippenbekenntnis bleiben? Ich bin neugierig auf deine Meinung.

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