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Manspreading: Macht euch nicht so peinlich breit!

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Heute muss ich mal meckern: Ein Phänomen macht sich breit, nicht nur in der Bahn: Manspreading.

Gerade eben war ich im Wartezimmer meiner Hausärztin. Wir haben Hochsommer, es ist warm und das schon seit Tagen. Ich schaue mich um, wir warten momentan mit vier Personen hier, zwei Männer, zwei Frauen. Alles nicht der Rede wert, aber: kaum schaue ich hin, muss ich meine Augen auch schon wieder peinlich berührt abwenden. Beide Männer in kurzen Hosen, einer dazu ein Achselshirt, Sandalen, Socken und … beide sitzen sehr breitbeinig da, das sogenannte „Manspreading„.

Manspreading: Macht euch nicht so peinlich breit!
Manspreading: Macht euch nicht so peinlich breit!

(Anmerkung: Dies ist nur ein gestelltes Foto, weil ich im Wartezimmer natürlich keines machen konnte. Da sah es wirklich schlimm aus. Was zu Hause geht, ist anderswo nicht toll.)

Definition „Manspreading“

Zur Information: „Manspreading“ bezeichnet eine bestimmte Art des breitbeinigen Sitzens. Seit August 2015 ist das Wort sogar im Online Oxford Dictionary enthalten. Es ist definiert als:

„Praxis, bei der ein Mann, insbesondere einer, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, eine Sitzhaltung einnimmt, in der seine Beine weit auseinanderstehen und auf einen oder mehrere angrenzende Sitze übergreifen“.

Macht euch nicht so peinlich breit!

Ursprünglich war der Ärger über diese meist männliche Art des Sitzens aufgekommen, weil dadurch der Platz in U- und S-Bahnen für andere Mitfahrer stark eingeschränkt wurde. Der Ausdruck „Manspreading“ wurde dadurch bekannt.

Sei ein Ehrenmann und halt deine Beine zam!

Welche Frau kennt das nicht: in öffentlichen Verkehrsmitteln sitzt ein Großteil der Männer breitbeinig da und beansprucht damit meist den doppelten Sitzplatz. Viele Frauen monieren zudem, dass es aufgrund der gespreizten Beinhaltung der Männer häufig auch zu unerwünschtem Körperkontakt kommt.

Dagegen gibt es z. B. in Wien, aber auch anderen Städten, jetzt eine Kampagne in U-Bahnen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, mit der Männer nun dazu aufgefordert sind, in öffentlichen Verkehrsmitteln anständig zu sitzen.

Ich finde, das sollte überall in der Öffentlichkeit gelten!

Manspreading : Macht euch nicht so peinlich breit! Wer will das denn sehen?
Manspreading : Macht euch nicht so peinlich breit! Wer will das denn sehen?

So wie auf dem Bild sieht es häufig aus in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer möchte denn daneben sitzen oder gegenüber?

Aber zurück zum Wartezimmer. Die Herren haben dort niemandem den Platz eingeschränkt. Die Stühle hatten genügend Abstand. Kein Grund zur Klage also?

Oh doch! Dieser peinliche Anblick! Vielleicht wäre das in langen Hosen nicht so schlimm gewesen, aber in diesen kurzen, zu kurzen Shorts war das einfach schlimm. Ich habe mich belästigt gefühlt. Belästigt durch die unpassende Kleidung, vor allem aber durch dieses anmaßende und unästhetische Sitzen.

Erspart uns diesen Anblick

Nun bin ich wirklich nicht überempfindlich, glaube ich jedenfalls. Aber so viel Respektlosigkeit gegenüber den Mitmenschen muss doch nicht sein. Zu Hause kann ja wirklich jeder sitzen, wie er will. Im öffentlichen Raum aber sollten wir doch ein gewisses Maß an Anstand und Benehmen erwarten können, oder?

Warum machen manche Männer das?

Ich will hier gar nicht die Theorien ausbreiten dazu, warum manche Männer sich so hinsetzen. Nur in Kürze eine Auswahl:

  • Wegen der Geschlechtsteile: Männer spreizen, weil sie ansonsten zwischen ihrer austrainierten Beinmuskulatur den Penis/Hoden/ein anderes Hautstück einklemmen würden.
  • Wieder wegen der Geschlechtsteile: Die brauchen Platz, und zu warm darf es auch nicht sein, wegen Unfruchtbarkeit.
  • Und überhaupt: Männer brauchen halt mehr Platz.
  • Wegen der Anatomie: Bei Männern sind die Schultern im Schnitt 28 Prozent breiter als die Hüfte (bei Frauen: drei Prozent), weshalb sie auch breiter sitzen müssten, um die Balance zu halten und nicht umzukippen.
  • Wegen des Rückens: Rückenleidensexperten warnen, dass bei engbeinig sitzenden, breitschultrigen Männern der untere Rücken verkrampfen könnte.

Ach je, arme Männer! Wie kommt es dann, dass ich viele Männer kenne, die ohne Probleme sitzen können, ohne jedem den Anblick ihres Schrittes aufzuzwingen? Wenn ich es mir recht überlege – Kinder haben die auch und umgekippt beim Sitzen ist wohl auch noch keiner. Geht doch!

Beim Radeln übrigens geht´s ja auch.

Normale Sitzpositionen sind möglich

Jedem Mann ohne anatomische Anomalität sollte es wohl gelingen, eine angenehme Sitzposition einzunehmen, die andere nicht belästigt. Männer könnten ihre Beine enger zusammenstellen, wenn sie wollten. Sie wollen wohl nicht und es fällt manchem wohl auch gar nicht ein, dass es angebracht wäre. Das ist eine Sache des Benehmens, der allgemeinen Rücksichtnahme und des Respekts.

Manspreading: So geht´s doch auch.
Manspreading: So geht´s doch auch.

Es kommt nicht so oft vor, dass ich mich so über die Maßen ärgere. Ich habe aber noch ein weiteres Beispiel für dich, die sogenannten Kettenbriefe. Über die habe ich mich ja auch schon mal ausgelassen.

Geht es dir auch so, dass dich manche Angewohnheiten deiner Mitmenschen aufregen? Stört dich dieses Manspreading auch so? Oder bin ich zu empfindlich? Schreib mir doch mal, wie du das siehst.

Bis zum nächsten Mal!

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2 Comments

  • Gabriele

    Liebe Karen,
    endlich mal noch eine, die sich an denunmöglichen Sitzgewohnheiten von Männern stört. Das dieses Phänomen einen Namen hat, wußte ich nicht. Teile deine Empörung uneingeschränkt!

    • Karen

      Liebe Gabriele,
      da bin ich sehr froh, dass du mir zustimmst. Ich dachte, ich steche womöglich in ein Wespennest und ernte Empörung.
      Dass es diesen Namen hat, wusste ich vorher auch nicht. Aber sehr passend ist er ja.
      LG
      Karen

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