Reisetipps Washington DC - 10 Sehenswürdigkeiten und 1 Ausflug
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Reisetipps Washington DC – 10 Sehenswürdigkeiten und 1 Ausflug

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Du planst eine Reise nach Washington DC? Du willst sie sehen: die Memorials, Monumente und all die Symbole der amerikanischen Demokratie? Wir jedenfalls wollten das alles einmal sehen.

Tatsächlich gibt es hier Geschichte und Politik an jeder Ecke. Und die Museen – unglaublich viele. Dann ist da noch Georgetown, das darfst du auf keinen Fall verpassen.

Auch außerhalb der Stadtgrenzen hat die Hauptstadt eine Menge zu bieten. Hier stelle ich dir die wichtigsten Highlights, Sehenswürdigkeiten und Reisetipps Washington DC und drumherum vor.

Washington DC – überraschend anders

Eines ist gewiss: Washington DC ist überraschend anders als New York.

Es war schon aufregend, plötzlich die Kuppel des Kapitols zu erblicken und den Obelisken des Washington Monument. Sie ragen über die Dächer der Hauptstadt heraus, und das hat einen Grund:

Keine Wolkenkratzer in der Stadt

Es gibt in Washington keine Wolkenkratzer, weil kein Gebäude höher sein darf als die Breite der angrenzenden Straße plus 6,1 m.

Drei Gebäude sind von dieser Regelung ausgenommen, da sie fertiggestellt oder zumindest geplant waren, ehe das Gesetz Anfang des 20. Jahrhunderts in Kraft trat: das Washington Monument, der Turm des Old Post Office und die Washington National Cathedral.

Die Folge davon: Keine Wolkenkratzer, keine Skyline, keine Ähnlichkeit mit New York City.

Das gilt für diesen gesamten District of Columbia, das DC in Washingtons Namen. Die Hauptstadt soll zu keinem Bundesstaat gehören.

Regierung und Tourismus

Die Capital City lebt ausschließlich vom Regierungsbetrieb und vom Tourismus. Auf Schritt und Tritt läufst du an Institutionen vorbei, die du aus den Nachrichten kennst, z. B. an der WHO (WorldHealthOrganization) oder dem State Department (Außenministerium) oder … oder … oder… Du bist wirklich hautnah dran.

Und die einzigartige Kunst- und Museumskultur lässt wohl keine Wünsche offen. Es gibt so viel davon, dass ich hier unmöglich alle benennen kann, geschweige denn alle ansehen.

Auch neu für mich: Erst seit 1964 dürfen die Einwohner Washingtons an den Wahlen zum Präsidenten und Vizepräsidenten teilnehmen, vorher war ihnen das untersagt.

Nur rund 600.000 Einwohner leben in DC, aber täglich kommen ca. drei Millionen Pendler zum Arbeiten in die Stadt. Sie kommen aus den umliegenden Bundesstaaten Maryland und Virginia.

Südstaatliche Vergangenheit

Was mir auch vor unserem Besuch nicht klar war: Washington DC ist eine Stadt des Südens, heiß und sumpfig. Ein Stadtteil heißt dementsprechend auch Foggy Bottom. Ursprünglich gab es hier südstaatliche Plantagen mit Sklavenhaltung.

Dieses südstaatliche Erbe erkennst du am ältesten öffentlichen Gebäude, dem Weißen Haus. Einer Plantagenvilla ähnlich, könnte es auch am Mississippi stehen, genauso wie einige andere Gebäude der Stadt. Und das alte Rathaus, Old City Hall, war früher ein Sklavenmarkt.

Reisetipps Washington DC

Wenn es um eine Reise in die USA geht, zumal in den Osten, steht bei vielen wohl New York City an erster Stelle. So war es auch bei uns – aber wir wollten diesmal mehr sehen und zwar auch die Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika: Washington DC oder einfach: DC, wie hier gesagt wird!

Mit dem Flixbus von New York City nach Washington DC

Nach unserer traumhaften Woche in NYC hatten wir uns für eine Reise mit dem Flixbus nach DC entschieden. Warum?

Reisetipps Washington DC - mit dem Flixbus von NYC nach Washington DC
Reisetipps Washington DC – mit dem Flixbus von NYC nach Washington DC
  • Das war für unsere Reisezeit deutlich preisgünstiger als etwa der Amtrak-Zug.
  • Es dauert ungefähr genau so lange wie die Zugfahrt, 4,5 Stunden waren wir unterwegs.
  • Es gab keine Zwischenstopps wie etwa bei dem legendären Greyhound.
  • Wir waren überrascht, dass es den Flixbus auf dieser Strecke gibt und wollten es ausprobieren.
  • Die Station befindet sich direkt bei der Penn Station und beim Madison Square Garden Stadion, also sehr zentral und gut erreichbar.

Mein Tipp: Buche dir Sitze so weit vorne wie möglich, denn da ist die Luft besser.

Zu unserer Reisezeit Ende April/Anfang Mai 2022 gab es noch die Maskenpflicht, auf die auch hingewiesen wurde. Die Fahrt war ereignislos, unterwegs gab es eine Pause, wir waren pünktlich in Washington.

Beste Reisezeit

In Washington DC herrscht ein feuchtes subtropisches Klima ohne Trockenzeit und mit heißem Sommer. Unsere Reisezeit Ende April/Anfang Mai war ideal, bis auf ein Versäumnis:

Anfang April findet alljährlich das National Cherry Blossom Festival in der Bundeshauptstadt statt. Dann beginnt die Kirschblütensaison und taucht die ganze Stadt in weiße und rosa Blütenpracht. Diese Pracht hatten wir in New York bewundern können, wo es auch wunderschön geblüht hatte, aber hier war die Blütezeit von ca. zwei Wochen dann leider fast vorbei.

Reisetipps Washington DC - Kirschblüten vor dem Weißen Haus
Reisetipps Washington DC – Kirschblüten vor dem Weißen Haus

Ansonsten aber hatten wir wunderbares Wetter für einen Citytrip, nicht zu heiß, aber angenehme 22 bis 25 Grad C. Von März bis Mai ist wohl die beste Reisezeit.

Sehenswürdigkeiten in Washington DC

Gleich mal vorweg: Du wirst viel laufen in DC. Obwohl die wichtigen Sehenswürdigkeiten gar nicht so weit auseinander zu liegen scheinen, sind es doch lange Wege, die sie trennen. Welche Möglichkeiten der Fortbewegung es noch gibt, liest du weiter unten.

Das Lincoln Memorial

Eine der Hauptattraktionen in Washington und unser erstes Ziel ist das beeindruckende Lincoln Memorial. Der riesige Tempel zu Ehren des 16. Präsidenten Abraham Lincoln ist mehr als nur ein Denkmal. Es ist ein Symbol für die amerikanische Demokratie und zieht deshalb jährlich Millionen Besucher an.

Abraham Lincoln
Reisetipps Washington DC – Abraham Lincoln
  • Präsident Abraham Lincoln setzte sich während des Amerikanischen Bürgerkriegs für die Abschaffung der Sklaverei ein und vereinte das gespaltene Land.
  • Die umlaufenden dorischen Säulen des Baus repräsentieren die damaligen 36 Bundesstaaten.
  • Oben im Inneren thront die sechs Meter hohe Statue Abraham Lincolns mit Blick zum Capitol. 
  • In den Mauern findest du seine berühmte Gettysburg-Rede eingemeißelt.
  • Unter dem Denkmal befindet sich eine Ausstellung über das Leben Abraham Lincolns.
  • 1963 hielt Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. am Lincoln Memorial seine berühmte Rede „I have a dream“ vor Tausenden von Menschen.
  • Auf der Treppenstufe, wo Martin Luther King damals stand, befindet sich heute eine Inschrift mit jenen berühmten Worten.
  • 50 Jahre später hielt schließlich der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, hier eine Rede anlässlich des 200. Geburtstages von Abraham Lincoln.
Blick vom Lincoln Memorial über den Reflecting Pool in Richtung Capitol
Blick vom Lincoln Memorial über den Reflecting Pool in Richtung Capitol

Dort oben zu stehen mit dem Blick auf den Reflecting Pool und das Washington Monument mit diesen Bildern im Kopf, das sorgt schon ein bisschen für Gänsehaut.

Das Martin Luther King Memorial

Nur wenige Meter weiter findest du eines der neueren Denkmäler in Washington: Die Statue zu Ehren des ermordeten Bürgerrechtlers und Friedensnobelpreisträgers Martin Luther King jr. Die Anlage steht am Tidal Basin und besteht aus drei Teilen:

Reisetipps Washington DC - Martin Luther King Memorial
Reisetipps Washington DC – Martin Luther King Memorial
  1. Durch den Berg der Verzweiflung führt der Weg geradewegs zu der
  2. 10 m hohen Statue von Martin Luther King – dem Stein der Hoffnung, mit Blick auf das Jefferson Memorial. Das in Stein gemeißelte Zitat stammt aus seiner berühmten I have a dream-Rede:

Out of the Mountain of Despair, a Stone of Hope

3. Die Wand der Zitate. In der Mauer aus Granit befinden sich 14 verschiedene Zitate aus den Predigten und Reden von Martin Luther King.

Von hier aus führt der Rundweg am Tidal Basin entlang in Richtung des Theodore Roosevelt Memorials und des Jefferson Memorials.

George Washington Monument

Washington DC hat zwar keine Wolkenkratzer, wie oben erwähnt, dafür aber den höchsten steinernen Turm der Welt: Das George Washington Monument. Unübersehbar prangt der 169 m hohe Obelisk zu Ehren des ersten Präsidenten in der Mitte der National Mall. Fertig gestellt wurde es 1884 und gilt als Wahrzeichen Washingtons.

Reisetipps Washington DC - Washington Monument
Reisetipps Washington DC – Washington Monument

Mit einem Aufzug kommst du bis nach oben in den Obelisken, von wo aus du einen herrlichen Ausblick auf die National Mall und Washington hast – wenn auch hinter kleinen Plexiglasscheiben.

Mein Tipp: Wenn du nach oben möchtest, reserviere unbedingt vorher Karten online! Dies kostet nur eine kleine Gebühr von 1,50$.

Ansonsten kannst du morgens ein kostenloses Ticket für denselben Tag am Washington Monument Ticket Office ergattern – da diese aber schnell weg sind, würde ich eine Reservierung empfehlen.

World War II Memorial

Direkt daneben liegt das World War II Memorial. Diese große Denkmalanlage besteht vor allem aus 56 Pfeilern, die die Bundesstaaten und Territorien symbolisieren, die Soldaten in den Zweiten Weltkrieg entsandt haben.

Das US Capitol

1793 legte der erste Präsident der Vereinigten Staaten, George Washington, den Grundstein für das Capitol. Er konnte kaum ahnen, dass es einmal zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten in den USA zählen sollte.

Das Capitol in Washington DC
Das Capitol in Washington DC

Das Wahrzeichen der amerikanischen Hauptstadt auf dem Capitol Hill ist das politische Herz der USA*:

  • In dem klassizistischen Bauwerk tagt der amerikanische Kongress,
  • hier legt der neu gewählte Präsident seinen Amtseid ab und
  • es ist der Ort vieler Demonstrationen und Kundgebungen.
  • Leider war es auch Schauplatz eines Putschversuchs durch einen abgewählten Präsidenten, nicht lange her.

Vom Capitol Hill aus überblickst du die National Mall bis hin zum Lincoln Memorial. Aber nicht nur von außen ist das Capitol ein Highlight, sondern auch von innen.

Mein Tipp: Eine kostenlose Besichtigungstour durch das Capitol. 

Die Touren von Mo-Sa starten am Visitor Center auf der Ostseite des Capitols (zwischen Library of Congress und Capitol). Die Reservierungen buchst du online auf der Homepage des Capitols.

Die Führung dauert 45 Minuten, in denen du die Krypta, die National Statuary Hall und die Rotunde mit seiner wunderschönen Kuppel besichtigst.

Reisetipps Washington DC - Besichtigung des Kapitols
Reisetipps Washington DC – Besichtigung des Kapitols, hier die Kuppel

Das Weiße Haus / White House

Ob durch aktuelle Nachrichten, Filme oder Serien wie House of Cards oder Madame Secretary – der Anblick des Weißen Hauses ist uns schon vor dem Besuch mehr als vertraut, wer kennt es nicht?! Natürlich müssen wir das auch „in Echt“ sehen.

Reisetipps Washington DC - Das Weiße Haus
Reisetipps Washington DC – Das Weiße Haus

Das Weiße Haus ist das älteste Gebäude in Washington und wurde 1792 von George Washington in Auftrag gegeben. So wie viele Gebäude in Washington ist auch das White House mit der Arbeitskraft vieler Sklaven und freigelassener Afroamerikaner entstanden. Die ersten Präsidenten zogen sogar noch mit ihren Sklaven ein.

Heute ist das Weiße Haus Anziehungspunkt und Hauptattraktion für Besucher aus aller Welt. Vor 9/11 bestand die Möglichkeit, einen Teil des Amts- und Regierungssitzes der USA im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Dies geht heute nur per Anfrage an amerikanische Senatoren und mit viel Vorlauf (mindestens 3 Monate vorher) und klappt nicht immer.

Das Weiße Haus vom Lafayette-Park aus
Das Weiße Haus vom Lafayette-Park aus

Also bleiben wir nur Zaungast. Mittlerweile ist der Blick leider auch durch zusätzliche Barrieren noch eingeschränkter. Aber nichtsdestotrotz: Ein Stop am Weißen Haus gehört beim ersten Besuch in Washington DC mit ins Programm.

Der Nationalfriedhof Arlington

Eigentlich sind Friedhöfe nicht unbedingt so hoch auf unserer Liste von Sehenswürdigkeiten. Aber diesen wollten wir sehen: Den Nationalfriedhof Arlington.

Reisetipps Washington DC - Ein Gräberfeld auf dem Arlington Cemetery
Reisetipps Washington DC – Ein Gräberfeld auf dem Arlington Cemetery

Auf der anderen Seite des Potomac River gelegen und damit schon im Bundesstaat Virginia, liegt er auf einem Hügel mit Blick auf die Stadt. Bereits seit 1868 werden auf dem Areal, das teilweise einst dem Konföderierten General Robert E. Lee gehörte, Soldaten beigesetzt. Heute sind es an die 350.000 Gräber.

Wir haben eine Trolley-Tour durch den weitläufigen Friedhof gebucht mit Zwischenstopps und Erklärungen. Das kann ich dir auch empfehlen, denn hier kannst du dich verlaufen, so groß ist das Areal.

Besonders bekannt ist der Friedhof durch seine prominenten Grabstätten wie zum Beispiel das von John F. Kennedy und seiner Familie. Zu seinem Gedenken brennt seither an dieser Stelle eine ewige Flamme.

Grabstätte John F. Kennedy Arlington
Grabstätte John F. Kennedy Arlington

Ebenfalls berühmt ist der Friedhof durch das Grab des unbekannten Soldaten, an dem jeweils zur vollen Stunde ein Wachwechsel stattfindet.

Direkt oberhalb der Grabstätte der Kennedys steht auf dem höchsten Punkt des Friedhofs das Arlington House, von dem du einen einmaligen Ausblick auf ganz Washington hast. Arlington House ist ein ehemaliges Plantagen-Herrenhaus mit Sklavenquartieren.

Der Weg zum Friedhof führt dich zu Fuß vom Lincoln Memorial aus über die schöne Arlington Memorial Brücke. Oder du nimmst die Metro Linie blau, eine Tour der Hop on Hop off Trolleys* oder ein Taxi/Uber/Lyft.

Reisetipps Washington DC - Arlington Memorial Bridge
Reisetipps Washington DC – Arlington Memorial Bridge

Die National Mall

Zurück zur National Mall. Sie ist die Hauptachse der Stadt und 500 Meter breit. Sie reicht über ca. 4,5 Kilometer vom Capitol bis zum Potomac River und wird gesäumt von einigen der großartigsten Museen der USA und einem riesigen Park. Darunter sind auch 9 der insgesamt 14 Smithsonian Museen, deren Eintritt frei ist.

Als guter Orientierungspunkt dient das Washington Monument ungefähr in der Mitte.

Im Westen findest du zahlreiche Memorials und Gedenkstätten unterschiedlicher Kriege, im Osten die Museen und das Capitol. Die Mall ist ein Platz für Veranstaltungen aller Art, etwa das Cherry Blossom Festival.

Reisetipps Washington DC - Blick auf die National Mall vom Washington Monument aus bis zum Capitol
Reisetipps Washington DC – Blick auf die National Mall vom Washington Monument aus bis zum Capitol, davor das WWII-Memorial

Die Entfernungen sind enorm, ausschließlich zu Fuß unterwegs zu sein, kann sehr anstrengend werden.

Mein Tipp: Gerade für die National Mall eignet sich eine Fahrrad-Miete für einige Stunden.

Museen in Washington DC

Smithonian

In Washington DC ist der größte Museumskomplex der Welt zu Hause: das Smithonian. 19 Museen und Galerien gehören dazu, von denen sich neun direkt auf der National Mall befinden.

Das Smithonian in Washington DC - Hauptgebäude
Das Smithonian in Washington DC – Hauptgebäude

Hier gibt es einzigartige Schätze zu entdecken, noch dazu kostenlos.

  • Im National Museum of Natural History wird beispielsweise der berühmt berüchtigte Hope-Diamant aufbewahrt und
  • im National Air and Space Museum hat der Gast die Möglichkeit, einen echten Mondstein zu berühren.

Weitere Museen sind:

Museum of African American History and Culture
Reisetipps Washington DC – Museum of African American History and Culture

Newseum

Zwischen dem Weißen Haus und dem Kapitol liegt das Newseum mit der Geschichte des Nachrichtenwesens. Im Newseum befindet sich auch das größte Stück der Berliner Mauer außerhalb Deutschlands. (www.newseum.org)

International Spy Museum

Im Jahr 2002 eröffnet, ist es das erste US-Museum über die Geschichte von Geheimdiensten und Spionen. Die Sammlung zählt zu den umfangreichsten öffentlichen Spionagesammlungen weltweit. Dabei widmet sich ein Teil der Ausstellung auch der Arbeit der Agenten in Ost- und West-Berlin zu Zeiten des kalten Krieges. Viele der Original-Exponate stammen aus der Geheimdienstarbeit der ehemaligen DDR. Besucher können interaktiv in einer Handlung, die einem tatsächlichen Fall zugrunde liegt, ihr Spionage-Talent testen. (www.spymuseum.org)

Historisches Stadtviertel Georgetown

Eines meiner Highlights: Georgetown ist das älteste Viertel der Stadt und zum Verlieben. Gegründet 1751, ist es rund 40 Jahre vor der eigentlichen Gründung Washingtons entstanden. Eigentlich wirkt es fast dörflich, charmant mit bepflanzten Hauseingängen und spitzen Giebeln.

Der historische Stadtteil gehört heutzutage zu den teuersten Wohnvierteln der Stadt. Hier wohnen viele berühmte Persönlichkeiten, u. a. die Obamas.

Was erwartet dich hier?

  • Sehenswert ist zum Beispiel The Old Stone House.
  • Die Georgetown University, eine der renommiertesten Universitäten des Landes.
  • In den Einkaufstraßen M Street & Wisconsin Ave kannst du shoppen bis zum Umfallen. Hier findest du in erster Linie kleine Boutiquen und individuelle Shops.
  • Auf der U Street finden Besucher Bars und Clubs, internationale Restaurants und trendige Boutiquen.
Streetart in Georgetown
Reisetipps Washington DC – Streetart in Georgetown

Gesehen haben wir auch diesen interessanten kleinen Laden: frei übersetzt: Knuddeln mit Katzen – einzigartig!

  • Oder du entspannst am Washington Harbour in einer der Freiluftbars und Restaurants mit Blick auf den Potomac River.
  • Wenn du es aktiver magst, lohnt sich ein Spaziergang entlang des Waterfront Parks oder des Chesapeake and Ohio Canal, kurz C&O Canal. Dieser ist übrigens an die 30 km lang und beliebt bei Fahrradfahrern.
Reisetipps Washington DC - am Kanal entlang
Reisetipps Washington DC – am Kanal entlang

Kaum kann ich mich von Georgetown trennen. Aber für den nächsten Tag hatten wir einen Ausflug ins Umland geplant:

Ausflugstipp: Mount Vernon

Ein schöner Tagesauflug von Washington DC aus führt uns nach Mount Vernon, dem Landsitz von George Washington, Gründungsvater und erster Präsident der USA.

Reisetipps Washington DC - Mount Vernon
Reisetipps Washington DC – Mount Vernon

Dieser Ort zählt zu den Top Ten der nationalen Gedenkstätten und wird jedes Jahr von ca. einer Million Amerikaner besucht, nicht gezählt die Touristen aus aller Welt, so wie wir.

Zu sehen ist die Plantage mit einem eleganten Herrenhaus mit Türmchen, das 1743 das Domizil von George Washington und seiner Frau Martha wurde. Und hier haben sie auch ihre Grabstätte gefunden.

Wissenswert: Das Türmchen dient nicht der Angabe, sondern ist eine Art Klimaanlage der damaligen Zeit. Die warme Luft steigt bekanntlich auf und kann dann durch die Fenster des Türmchens entweichen.

Um das Herrenhaus herum gruppiert sich ein ganzes Ensemble an Gebäuden und Anlagen: von der Küche, die aus Brandschutzgründen ein eigenständiges Gebäude war, über eine Whiskey-Destille, Schmiede, Kornmühle, Gärtnergebäuden und Sklavenquartieren bis zu verschiedenen Gärten mit Schuppen.

Eingerichtet ist das Haus mit zeitgenössischen Antiquitäten und Washingtons persönlichen Gegenständen sowie etlichen Gästezimmern, denn es gab wohl kaum einen Tag, an dem nicht Gäste hier lebten.

Interessant: Im Herrenhaus hängt der Schlüssel zur Pariser Bastille, ein Geschenk des Marquis de Lafayette, der häufig zu Gast war.

Von der Rückseite hast du einen herrlichen Blick auf den Potomac River und kannst dich fast wie ein Plantagenbesitzer fühlen.

Sklaven in Mount Vernon

Sehr interessant, aufwühlend und auch verstörend waren für uns die Informationen zur Sklavenhaltung in Mount Vernon. Auf der Anlage kannst du die Sklavenquartiere ansehen, die ein bedrückendes Bild dieser Zeit entstehen lassen.

Seit 1752 sollen hier etwa 300 Sklaven gearbeitet haben, die Washington nach seinem Tod freiließ, allerdings nur seine „eigenen“. Er hatte auch Sklaven ausgeliehen, die mussten dann wieder zurück zu ihren „Besitzern“.

In der Nähe der Grabstätte Washingtons findest du auch eine Grabanlage für Sklaven, die auf der Plantage gearbeitet hatten. Diese Grabanlage wurde aber erst in jüngerer Zeit angelegt für menschliche Überreste, die im Wald gefunden wurden. Damals wurden die Sklaven wohl nur irgendwo verscharrt.

Nach diesen Erfahrungen ging es mit dem Bus wieder zurück nach Washington DC, wo wir im Grillfish Restaurant wunderbar gegessen haben.

Verkehrsmittel in Washington

Washington DC ist eine fußgängerfreundliche Stadt, dennoch sind die Wege weit und du kommst an einen Punkt, wo die Füße qualmen. Deshalb:

  • Wir haben immer mal wieder den Circulator Bus genommen, mit dem du für 1 Dollar ($), Senior/Disabled 0,50 $, bestimmte Strecken wie beispielsweise die National Mall abfahren kannst. Leider war er aber nicht ganz zuverlässig.
  • Auch ein Taxi ist in Washington DC bei weitem nicht so teuer wie andernorts und nicht teurer als Uber/Lyft. Achte aber darauf, dass das Taxometer eingeschaltet ist.
  • MetroRail und MetroBus: In Washington heißt es nie Subway wie in New York, sondern immer Metro. Dafür brauchst du eine SmarTrip Card, die du an jeder Metro-Station oder am Automaten kaufen kannst.
  • Mit der SmarTrip Card zahlst du für Fahrten in den sogenannten peak-Times (Rush Hour) nicht drauf und musst für deinen Aufenthalt kein teures Tagesticket lösen, das sich für 1-2 Tage nicht lohnt.
  • Die einfache Basic SmarTrip Card kostet 10$ – Kaufgebühr sind 2 $, die restlichen 8$ sind für Fahrten übrig. Sie kann immer wieder aufgeladen werden.
  • Aber: Vor dem Kauf solltest du überlegen, ob die Anschaffung lohnt oder ob du hauptsächlich zu Fuß, mit dem Fahrrad, Taxi, Uber/Lyft oder mit den Hop on Hop off-Bussen unterwegs sein wirst.
  • Wie in fast jeder Stadt kannst du mit den typischen Hop-on Hop-off Bussen* auf Sightseeing-Tour gehen. Beispiele: Grayline Tours, BigBus Tours oder Old Town Trolley Tours.
  • Wenn du gern mit dem Fahrrad fahren möchtest, findest du überall in der Stadt Stationen mit Bikes unterschiedlicher Anbieter. Es lohnt sich, die Preise und Angebote zu vergleichen, sie unterscheiden sich doch erheblich.

Hier findest du einige Möglichkeiten*, die Stadt zu erkunden.

Fazit

Wir hatten wunderbare Tage in Washington DC. Die Stadt hat uns überrascht, sie war ganz anders, als wir es erwartet hatten. Nach einer Woche NYC und Großstadtgetümmel war es hier fast beschaulich und kleinstädtisch, auf jeden Fall beschaulicher und relaxter.

Bei gutem Wetter waren wir diesmal vor allem draußen unterwegs, weniger in den verlockenden Museen. Für die müssen wir einfach noch einmal wiederkommen. Mit diesen Reisetipps Washington DC hoffe ich dir Lust auf die Stadt gemacht zu haben.

Warst du schon einmal in Washington DC? Was hast du alles gesehen, was hat dir am besten gefallen? Oder planst du eine Reise? Erzähl doch mal.

Hier findest du meine Beiträge zu New York und USA:

New York Sehenswürdigkeiten

Beste Reisezeit New York

Das brauchst du für die Einreise

Lesestoff: New York Thriller und Helena Rubinstein

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4 Comments

  • Christine

    Washington hatte ich nie so wirklich auf dem Schirm; für mehr als einen Zwischenstopp beim Fliegen hat es bisher noch nicht gereicht. Aber die Stadt scheint wirklich schön zu sein und einiges zu bieten zu haben.

    • Karen

      Das ging uns auch so. Umso überraschter waren wir dann, als wir Washington erlebt haben. Die Stadt macht wirklich Spaß!
      Liebe Grüße

  • küchenrückwand folie

    von USA träume ich seit ich Kevin allein zuhause als Kind gesehen habe.
    Nächstes Jahr steht unser erster US-Trip an.

    Hoffe, das uns bzw. niemanden der Krieg, Corona, Inflation und wer weiß schon, was noch passieren wird, einen Strich durch die Rechnung macht.

    Aber mal zum positiven. Schöne Eindrücke aus DC.

    LG
    Meli

    • Karen

      Da hoffe ich doch, dass alles klappt, liebe Meli. Ich drücke die Daumen. Ihr werdet es genießen, da bin ich sicher.
      Liebe Grüße
      Karen

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