Havila Polaris – 7 Tage Postschiffroute entlang Norwegens Küste
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Havila Polaris – 7 Tage Postschiffroute entlang Norwegens Küste

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Vor rund 50 Jahren haben meine Eltern diese Reise schon einmal gemacht – damals noch ziemlich spartanisch. Meine Mutter hat später immer wieder so begeistert davon erzählt, dass ich irgendwann dachte: Das möchte ich auch einmal machen.

Jetzt war es endlich so weit: Gemeinsam mit meiner Tochter machte ich mich auf den Weg von Bergen nach Kirkenes, 7 Tage Postschiffroute lagen vor uns.

An Bord der Havila Polaris

In Bergen regnete es, als wir am Nachmittag am Pier der Havila Polaris ankamen. Um 16 Uhr sollte unsere Reise beginnen.

Die zwei Tage zuvor hatten wir bereits in Bergen verbracht und uns auf unsere Reise eingestimmt. Was wir dort erlebt und gesehen haben, erzähle ich in meinem Beitrag 2 Tage Bergen – der perfekte Start für unsere Postschiffroute.

Die Koffer waren schnell abgegeben, der Empfang in der Eingangshalle freundlich und unkompliziert. Wir bekamen Informationen und unsere Schlüsselkarten, die Essenszeiten wurden festgelegt, ein paar Dinge erklärt – dann konnten wir an Bord gehen.

Und da war die Gangway.

Dieser erste Schritt an Bord war für mich tatsächlich der Moment, in dem die Reise begann. Bis dahin waren wir noch in Bergen unterwegs gewesen. Jetzt lagen sieben Tage Norwegens Küste vor uns. Bergen – Kirkenes. Mit dem Postschiff.

Unsere Außenkabine war für zwei Personen angenehm geräumig und hatte, wie gebucht, zwei Einzelbetten. Besonders gut gefiel mir das große Fenster. Dazu gab es ein Sofa und einen kleinen Schreibtisch. Viel mehr brauchten wir eigentlich nicht – schließlich wollten wir möglichst viel von Norwegen sehen.

Norwegen zieht am Fenster vorbei

Schon bald fanden wir unseren Rhythmus an Bord: schauen, staunen, an Deck gehen, wieder zurückkommen – und einfach beobachten, wie sich die Landschaft verändert.

Mal waren es Inseln und Schären, mal kleine Orte am Wasser, dann wieder Berge und Fjorde. Die norwegische Küste zeigte sich jeden Tag anders. Und selbst wenn wir einfach in der Kabine saßen, was selten vorkam, gab es draußen ständig etwas zu entdecken.

Natürlich wollten wir die Küste nicht nur vom Schiff aus erleben. Für einige Stationen hatten wir Ausflüge gebucht: den Geirangerfjord, die Lofoten mit Insel Senja und das Nordkap. Andere Orte erkundeten wir auf eigene Faust, wie etwa Trondheim.

Überhaupt gefiel mir diese Mischung: feste Ziele und geplante Ausflüge auf der einen Seite, dazwischen aber immer wieder Zeit zum Schauen und Genießen. Wir mussten nicht ständig irgendwohin. Das Schiff brachte uns weiter nach Norden – und wir konnten einfach dabei sein.

Mit jedem Tag veränderte sich die Landschaft. Die Berge wurden beeindruckender und schroffer, die Tage länger und das Licht immer besonderer. Und kühler wurde es auch.

Und irgendwann wurde aus der Reise mit vielen schönen Eindrücken ein Erlebnis, das für uns beide ganz persönlich werden sollte.

Davon erzähle ich später noch.

7 Tage Postschiffroute – Unsere Stationen entlang der norwegischen Küste

Die Postschiffroute lebt natürlich von ihrer Landschaft – aber auch davon, was man an den verschiedenen Häfen daraus macht. Wir hatten drei Ausflüge vorab gebucht, Trondheim wollten wir auf eigene Faust erkunden.

Geirangerfjord und Trollstigen – ein Tag voller Höhepunkte

Schon die Einfahrt in den Geirangerfjord war ein Erlebnis. Links und rechts ragten die Berge steil aus dem Wasser, dazwischen stürzten Wasserfälle die Felswände hinunter. Genau für solche Momente hatten wir diese Reise gewollt.

7 Tage Postschiffroute - Geirangerfjord
7 Tage Postschiffroute – Geirangerfjord

In Geiranger, einem kleinen Städtchen am Ende des Fjords, verließen wir die Havila Polaris und starteten zu unserem gebuchten Ausflug. Unser Ziel war nicht nur der Fjord, sondern auch der Trollstigen.

Die kurvige Straße schlängelte sich durch die Berglandschaft, vorbei an Wasserfällen und immer wieder neuen Ausblicken. Allein die Fahrt war schon beeindruckend. Und der Ausblick von den Plattformen geradezu atemberaubend. Genau über diese Straße führte dann der Weg weiter.

Schließlich von Åndalsnes aus mit der Romsdalen Bergbahn nach oben. Dort erwartete uns ein Bergrestaurant mit typischem Menü und vor allem ein grandioser Blick hinunter auf Åndalsnes und die umliegende Landschaft.

Am Ende des Tages gingen wir in Molde wieder an Bord. Und dann gab es noch eine kleine Überraschung: Die Havila Polaris kam hell erleuchtet an den Pier, um uns wieder aufzunehmen. Nach einem langen Tag an Land fühlte sich das fast ein bisschen wie „nach Hause kommen“ an.

7 Tage Postschiffroute - in Molde wieder an Bord der Havila Polaris
7 Tage Postschiffroute – in Molde wieder an Bord der Havila Polaris

Trondheim – ganz entspannt auf eigene Faust

In Trondheim hatten wir keinen Ausflug gebucht. Wir wollten einfach selbst losziehen – und das war genau richtig.

Der Tag zeigte sich von seiner besten Seite: Sonne, angenehme Temperaturen und eine Stadt, die sich wunderbar zu Fuß erkunden ließ.

Trondheim mit seinen bunten Häusern
Trondheim mit seinen bunten Häusern

Besonders gut gefielen uns die bunten Holzhäuser und der Hafen. Wir schlenderten ohne großen Plan durch die Stadt, schauten hier und da hinein und ließen uns einfach treiben.

Nach den organisierten Ausflügen war dieser Tag eine schöne Abwechslung: kein Zeitplan, kein Bus, keine Gruppe. Einfach Trondheim. Na ja, pünktlich vor der Abfahrt mussten wir natürlich wieder am Schiff sein.

Lofoten und Senja – nicht jeder Ausflug wird zum Highlight

Auf die Lofoten hatte ich mich besonders gefreut. Vielleicht waren deshalb die Erwartungen auch ziemlich hoch.

Unser gebuchter Ausflug führte uns allerdings nicht nur über die Lofoten, sondern auch auf die Insel Senja. Wir waren in einer kleinen Gruppe unterwegs, verteilt auf zwei Autos, und fuhren über Land durch eine beeindruckende Landschaft.

Die Küste, steil aufragende Felsen und gewaltige Felsbrocken machten die Fahrt durchaus spannend. Immer wieder gab es schöne Ausblicke auf Meer und Berge. Auch Skaland lag auf unserer Strecke.

Die Fahrer trieben uns allerdings immer zur Eile, denn für den Rückweg brauchten wir eine Fähre. So blieb unterwegs wenig Zeit zum Schauen. Doch dann verpassten wir trotzdem diese Fähre.

Und damit begann eine ziemlich lange Wartezeit: Rund zwei Stunden saßen wir in Botnham, einem winzigen Ort, der leider nicht besonders viel zu bieten hatte. Zwei Stunden können ganz schön lang werden, wenn man eigentlich unterwegs sein möchte und der Reiseplan plötzlich ins Stocken gerät.

Irgendwann ging es weiter – und schließlich zurück zur Havila Polaris.

Die Landschaft von Lofoten und Senja war beeindruckend. Der Ausflug selbst konnte mich allerdings nicht überzeugen. Die verpasste Fähre und die lange Wartezeit haben den Tag ziemlich ausgebremst.

Für mich war das deshalb ein enttäuschender Ausflug.

Eigentlich hatten wir geplant, uns noch Tromsø anzusehen und seine Eismeerkathedrale (Ishavskatedralen), 1965 erbaut und entworfen vom Architekten Jan Inge Hovig. Sie ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Nordnorwegens.

Die Eismeerkathedrale von Tromsø vom Schiff aus
Die Eismeerkathedrale von Tromsø vom Schiff aus

Na ja, das wurde nun leider nichts mehr. Wir konnten die Kathedrale aber wenigstens vom Schiff aus sehen.

Und auch das gehört für mich zu einem ehrlichen Reisebericht: Nicht jeder Ausflug wird zum Highlight – selbst wenn die Landschaft eigentlich genau das verspricht.

Nordkap – rau, windig und faszinierend

Dann kam das Nordkap und unser letzter Ausflug. Und hier stimmte einfach alles.

Schon die Busfahrt dorthin war ein Erlebnis. Die Landschaft wurde immer karger, dazwischen immer wieder Seen. Und dann standen plötzlich Rentiere am Straßenrand und grasten ganz friedlich.

Je näher wir dem Nordkap kamen, desto rauer die Landschaft. Am Ziel erwartete uns ordentlich Wind – und gerade einmal 7 Grad. Warm war es definitiv nicht, obwohl August. Aber das passte irgendwie zu diesem Ort.

Am Nordkap selbst wurde es dann richtig stürmisch. Der Wind pfiff, es war kalt und vor uns fiel die Felsküste steil ins Meer ab. Gleichzeitig war dieser Ort unglaublich faszinierend.

Natürlich mussten wir auch zur berühmten Nordkapkugel. Für das obligatorische Foto hieß es erst einmal Schlange stehen.

Mutter und Tochter am Nordkap
Mutter und Tochter am Nordkap

Aber hey: Wir waren da!

Tatsächlich liegt der geografisch nördlichste Punkt des Nordkaps noch ein kleines Stück weiter draußen. Er ist allerdings nur über einen anspruchsvollen Weg beziehungsweise kletternd erreichbar. Für uns blieb deshalb die Kugel der Fotopunkt – und der Moment, einfach dort oben zu stehen, war auch so besonders genug.

Sieben Grad, Sturm, Wind von allen Seiten – und trotzdem ein breites Grinsen. Nordkap geschafft.

Trollfjord – ein ganz besonderer Moment

7 Tage Postschiffroute - Vor dem Trollfjord
7 Tage Postschiffroute – Vor dem Trollfjord

Es war der Vorabend des Geburtstags meiner Tochter. Gegen 23:45 Uhr lag die Einfahrt in den Trollfjord vor uns.

Eigentlich war es längst spät. Aber an Schlaf dachte auf dem Schiff kaum jemand. Nach und nach füllte sich das Deck. Gefühlt waren fast alle Passagiere draußen, eingepackt in Jacken und mit Blick nach vorn.

Nicht bei jeder Fahrt ist es möglich, in diesen engen Fjord einzufahren. Heute aber schon.

Es war dämmrig, aber immer noch hell genug, um die dunklen Felswände zu erkennen. Die Havila Polaris glitt fast lautlos immer weiter in den engen Fjord hinein. Und plötzlich wurde es ganz still.

Um Mitternacht im Trollfjord
Um Mitternacht im Trollfjord

Kaum jemand sprach. Es war diese besondere Stille, die entsteht, wenn viele Menschen gleichzeitig etwas sehen, das sie gerade selbst kaum fassen können.

Je weiter wir in den Trollfjord hineinfuhren, desto näher rückten die steilen Felswände. Und dann war Mitternacht.

Am Ende des engen Fjords angekommen, hörte man plötzlich ungläubige Laute von überall auf dem Deck. Staunen, Lachen, leises „Wow“ – als könnten wir alle nicht glauben, wo wir gerade standen.

Dabei war es fast windstill.

Und dann war Geburtstag.

Wir haben uns in den Arm genommen. Es war einer dieser Momente, in denen einem schon einmal die Tränen kommen können. Nicht aus Traurigkeit, sondern weil einfach alles zusammenpasst: dieser Ort, diese Nacht, die Stille und der Mensch, mit dem man ihn erlebt.

Andere Passagiere bekamen unseren kleinen Geburtstagsmoment mit und gratulierten. Und dann war da diese unglaublich friedliche Stimmung auf dem Schiff. Fremde Menschen, die sich vorher nicht kannten, standen gemeinsam an Deck, staunten über den Trollfjord und gratulierten meiner Tochter zum Geburtstag.

Das werde ich nicht vergessen.

Dann drehte die Havila Polaris fast auf der Stelle.

Und genauso leise, wie wir hineingefahren waren, glitten wir wieder aus dem Trollfjord hinaus.

Diese Stille.

Ich glaube, genau sie ist mir am stärksten in Erinnerung geblieben.

Fast Mitternacht, kein Wind, das besondere Licht des Nordens und um uns herum diese gewaltige Landschaft. Ein ganz besonderer Auftakt zu einem Geburtstag – und für mich einer der schönsten Momente unserer gesamten Reise.

Ein Geburtstag auf See

Der Trollfjord war der Auftakt zu einem ganz besonderen Geburtstag. Aber damit war der Tag natürlich noch nicht vorbei.

Für den Abend hatten wir ein Kingcrab-Dinner gebucht. Und was soll ich sagen? Es war einfach unglaublich.

Die riesigen Königskrabbenbeine, schon geknackt, dazu die besondere Atmosphäre und das Wissen, dass wir diesen Geburtstag gerade mitten auf unserer Reise entlang der norwegischen Küste feierten – das war schon etwas ganz Besonderes.

Nach dem Erlebnis im Trollfjord am Vorabend und diesem Dinner am Geburtstag selbst war klar: Diesen Geburtstag würden wir so schnell nicht vergessen.

Weiter nach Norden bis Kirkenes

Nach diesem besonderen Erlebnis ging unsere Reise weiter Richtung Norden. Die Landschaft veränderte sich immer wieder, und doch blieb dieses Gefühl: Wir sind unterwegs. Immer weiter nach Norden.

Das Leben an Bord

Die Tage an Bord hatten inzwischen ihren eigenen Rhythmus bekommen. Aufstehen, aus dem Fenster schauen, zum Frühstück gehen, draußen die Landschaft beobachten, einen Hafen anlaufen, wieder ablegen. Dazwischen ein Kaffee, ein Essen oder einfach ein Platz am Fenster.

Und natürlich gab es auch an Bord einiges zu tun. Ein bisschen Fitness, ein Besuch in der Sauna oder – mein persönliches Highlight am Abend – noch eine Runde in den Whirlpool. Mit Blick auf die vorbeiziehende norwegische Landschaft lässt sich der Tag ziemlich gut ausklingen.

Dazu gab es kleine Unterhaltungsangebote und regelmäßig Infosessions, bei denen wir erfuhren, was uns am nächsten Tag erwartete. Viel Programm war gar nicht nötig. Die eigentliche Unterhaltung lieferte ohnehin die Landschaft vor den Fenstern.

Gerade diese Mischung aus Bewegung und Ruhe hat mir an der 7 Tage Postschiffroute gefallen. Man konnte etwas unternehmen, musste aber nichts. Und manchmal war es einfach am schönsten, irgendwo zu sitzen und zuzusehen, wie Norwegen an uns vorbeizog.

Mehr über das Schiff, die Kabine, das Essen und das Leben an Bord erzähle ich noch in einem eigenen Beitrag.

Und dann war plötzlich der letzte Abend da.

Ankunft in Kirkenes

Am nächsten Morgen erreichten wir Kirkenes. Nach sieben Tagen an Bord war das ein etwas merkwürdiges Gefühl: Einerseits freuten wir uns auf das, was vor uns lag, andererseits war unsere gemeinsame Reise auf der Havila Polaris damit schon wieder vorbei.

Die Ausschiffung verlief unkompliziert. Die Koffer waren schnell von Bord und wenig später saßen wir im Bus zum Flughafen.

Noch einmal ging der Blick zurück.

Sieben Tage, unzählige Landschaftsbilder, verschiedene Häfen, Ausflüge mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen – und natürlich dieser eine Abend im Trollfjord, der für mich aus der Reise etwas ganz Besonderes gemacht hat.

Von Bergen bis Kirkenes waren wir einmal entlang der norwegischen Küste gereist.

Fazit 7 Tage Postschiffroute

Vor rund 50 Jahren waren meine Eltern auf dieser Route unterwegs. Damals war die Reise noch deutlich spartanischer, aber meine Mutter hat immer mit leuchtenden Augen davon erzählt.

Und ich hatte dabei nicht nur eine Route kennengelernt, von der meine Mutter schon vor Jahrzehnten so begeistert erzählt hatte. Ich hatte sie jetzt selbst erlebt – gemeinsam mit meiner Tochter.

Und irgendwie schließt sich damit ein kleiner Kreis.

7 Tage Postschiffroute - die schönste Seereise der Welt
7 Tage Postschiffroute – die schönste Seereise der Welt

Und darüber hinaus?

  • Diese Reise würde ich wieder machen. Vielleicht beim nächsten Mal von Nord nach Süd, also Start in Kirkenes bis Bergen.
  • Das ist keine klassische Kreuzfahrt, hier ist die norwegische Landschaft der Star, keine Bordveranstaltungen oder Events. Auch heute noch dient diese Postschiffroute als Verbindung zahlreicher Orte miteinander, als Transportroute von Menschen, Post und Waren.
  • Dennoch ist die Reise sehr angenehm und nicht spartanisch mit ausgezeichnetem Essen und schönen Aufenthaltsgelegenheiten.
  • Meine Highlights waren zweifellos der Trollfjord, dann die Ausflüge zum Nordkap und zum Trollstigen.
  • Die Fjorde, die Landschaft – sie sind einfach umwerfend schön.

Havila Polaris – unsere Reise auf einen Blick

Eine Routenkarte der Postschiffroute
Eine Routenkarte der Postschiffroute

Unsere Route: Bergen – Kirkenes
Dauer: 7 Tage
Reisezeit: Ende Juli/Anfang August
Schiff: Havila Polaris
Kabine: Außenkabine für 2 Personen
Gebuchte Ausflüge: Geirangerfjord/Trollstigen, Lofoten/Senja, Nordkap
Individuell: Trondheim


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