Hotel Alte Posthalterei in Zusmarshausen
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Tradition trifft Moderne – Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen

4.5
(8)

Altes Haus ganz neu – das Hotel Alte Posthalterei in Zusmarshausen bei Augsburg war unser Ziel. Unter dem Motto Tradition trifft Moderne geht das grundrenovierte Hotel mit den Pächtern Manuela und Marc Schumacher neue Wege. Und das wollten wir uns einmal genauer ansehen.

Ein weiteres tolles Reiseziel in Bayern findest du hier.

Wie kommt man hin?

Von München aus ist es gerade mal eine knappe Stunde Fahrzeit mit dem Auto nach Zusmarshausen. Die Autobahn A8 führt direkt am Ort mit eigener Autobahnanschlussstelle vorbei. Direkt in der Nähe, nur 23 Kilometer entfernt, liegt die Stadt Augsburg.

Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen

Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen
Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen

Das mit viel Aufwand rundum neu renovierte 4* Hotel & Restaurant Alte Posthalterei ist seit Februar mit dem neuen Pächter-Ehepaar Manuela und Marc Schumacher wieder eröffnet – und musste gleich darauf, noch vor dem Tag der offenen Tür, wegen Corona wieder schließen. Doch jetzt soll es endlich richtig losgehen. Mit Hygienekonzept und den Abstandsregeln müsste alles gut laufen.

Wo die Geschichte zu Gast ist

Am 17. Mai 1648 erhält der Ort Zusmarshausen eine Poststation an der Verkehrsroute Wien – Paris. Die Erzherzogin und spätere französische Königin Marie Antoinette übernachtete hier 1770 und später, 1805, verbrachte auch Napoleon I. drei Nächte im Hotel Post. Auch Zar Nikolaus von Russland, Kaiser Franz von Österreich, die Bayerischen Könige und viele Prominente machten hier schon Station. Und jetzt wir!

Die erwähnte Tradition wohnt in diesem verkehrsmäßig so günstigen Anwesen also schon seit 1648, die Moderne ist jetzt hier in diesen alten Mauern angekommen. Beides trifft hier auf´s Beste zusammen.

Das Hotel

Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen - Die Rezeption
Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen – Die Rezeption
Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen - Zum Wohlfühlen
Zum Wohlfühlen

Die Zimmer

Wir beziehen ein Kutscherzimmer im Dachgeschoss des Hauses und werden von einem mit viel Holz modern und großzügig gestalteten Raum empfangen. Ein kleiner Willkommensgruß wartet schon auf uns, Bärlauchöl aus eigener Herstellung. Sehr nett!

Im Gespräch verrät Marc Schumacher, das das Hotel insgesamt 66 unterschiedlich gestaltete Zimmer aufweist, aufgeteilt in 2 Fürstenzimmer, 8 Adelszimmer, 45 Posthalterzimmer, 10 Kutscherzimmer und 1 Apartment mit Küchenzeile. Immer wieder findet sich der Bezug zum Motto: Tradition trifft Moderne.

Bei einem Rundgang durchs Hotel zeigte Marc Schumacher mir Beispiele der verschiedenen Zimmer des grundrenovierten Hauses.

Kutscherzimmer

Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen - Kutscherzimmer
Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen – Kutscherzimmer

Fürstenzimmer Napoleon

Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen - Fürstenzimmer
Alte Posthalterei in Zusmarshausen – Fürstenzimmer

Der Name Fürstenzimmer ist fast ein wenig zu bescheiden, denn in dieser Suite mit 40 m² hat schließlich schon Napoleon – und der war immerhin Kaiser – genächtigt.

Adelszimmer

Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen - Adelszimmer
Alte Posthalterei in Zusmarshausen – Adelszimmer

Die Adelszimmer haben eine weitere Besonderheit: Das Münchner 5*Hotel Königshof wurde abgerissen und das Inventar versteigert. Das Mobiliar der Adelszimmer stammt aus diesem Verkauf, wurde aufgearbeitet und fand hier eine sehr passende neue Verwendung, gepaart mit top-modernen Zutaten.

Mehr zu den Zimmern: Posthalterei Das Hotel

Tagungshotel

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – die Alte Posthalterei gehört aktuell zu den 250 besten Tagungshotels in Deutschland. Ich durfte mir verschiedene der Räume ansehen und war beeindruckt. Die mächtigen Tische aus altem Holz, die perfekte Technik auf dem neuesten Stand.

Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen - kleiner Tagungsraum
Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen – kleiner Tagungsraum

Hier ist ein guter Ort für Tagungen.

Wellnessbereich

Der Wellnessbereich wird auch in Kürze nutzbar sein und sieht auch jetzt schon nach guter Erholung und Entspannung aus.

Fitnessgeräte, 2 Saunen, tolle Duschbereiche und ein gemütlicher, heller und moderner Ruheraum mit Austrittmöglichkeit laden dann zum Ausspannen ein.

Das Restaurant

Die Schumachers haben sich einen aufgehenden Stern am kulinarischen Himmel gesichert für das Restaurant: Die gebürtige Landshuterin Sandra Hofer ist Küchenchefin – Chef de Cuisine – im Restaurant und trotz ihrer Jugend – sie ist gerade einmal 24 Jahre alt – bereits mit vielen Preisen ausgestattet.

Im Interview heißt es: „Das fing in der Berufsschule mit einem Wettbewerb an, den ich gewonnen habe. Weiter ging es mit der bayerischen Meisterschaft, die ich ebenfalls gewinnen konnte. So habe ich mich für die deutsche Meisterschaft qualifiziert und auch die gewonnen. Ich bin daraufhin in die deutsche Jugendnationalmannschaft eingetreten, habe dann, als ich in München bei Tohru Nakamura gearbeitet habe, an verschiedenen Team- und Einzelwettbewerben teilgenommen. Mit der Nationalmannschaft haben wir in Hongkong eine Bronze-Medaille und in Stuttgart Silber gewonnen. In Einzelwettbewerben wurde ich Europameisterin und bei der Weltmeisterschaft kam ich vergangenen Juli auf den fünften Platz.“

Bei dem Gespräch machte Marc Schumacher deutlich, dass er Sandra Hofers Teilnahme an weiteren Koch-Wettbewerben sehr unterstützen würde. Da ist wohl noch viel zu erwarten.

Sandra Hofer hat ihr Können in München und Neuseeland erweitert und ist inzwischen geprüfte Küchenmeisterin und Ausbilderin. Sehr beeindruckend.

Im Gespräch wirkt sie aber kein bisschen divenhaft, sondern realitätsnah, bodenständig und pfiffig. Und sie hilft, wie übrigens alle Mitarbeiter in der Alten Posthalterei, da aus, wo es nötig ist: beim Service, an der Rezeption, in den Zimmern …. Das ist selten!

Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen - Küchenchefin Sandra Hofer
Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen – Küchenchefin Sandra Hofer

Regional, saisonal und nachhaltig ist Sandra Hofers Küche. Saisonal ausgerichtet, mit Verantwortung gegenüber der Umwelt und besonders der artgerechten Haltung der Tiere. Die Zulieferer kommen aus der Region und Sandra fährt häufig mit ihrem Motorrad dort vorbei, um die Produkte auszuwählen, die sie dann in der Küche verarbeitet.

Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen - immer wieder: Tradition trifft Moderne
Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen – immer wieder: Tradition trifft Moderne

Durchaus klassisch bayerisch mit alpinem Charakter ist ihre Speisekarte, aber mit erkennbarer Liebe zur feinen Küche und einem Hang zur verspielten Dekoration und Darstellung. Ob vegan, vegetarisch oder klassisch orientiert: Das Restaurant lädt zum vollendeten Genuss, den wir abends bei einem 3-Gänge-Menu erleben durften.

2 Vorspeisen

Wir bekamen jeweils zwei verschiedene Speisen und da wir gerne teilen, konnten wir viel mehr ausprobieren, hatten also eigentlich ja ein 6-Gänge-Menu.

Unsere Vorspeisen:

Die Gurke ganz groß: Gurkenmix, Süppchen, Dill, Radieschen, Joghurt

Blumenwiese: Mariniertes Salatgemüse, Speck, Onzenei vom Zusser Weidehuhn, Kerbel, Walnuss

(Onzenei: ein Ei, das nach japanischer Sitte eine Stunde bei 64 Grad gegart wird, in Japan „Onsen-Tamago“ genannt.)

Das war ein toller Auftakt und machte Lust auf mehr.

2 Hauptgerichte

Unsere Hauptgerichte:

  • Farben des Sommers: Confierter Saibling aus Horgau, krosse Haut, bunte Rüben, Buttermilch, grüne Pasta
  • Brokkolifeld: Rosa Kalbstafelspitz – Landmetzgerei Baur, Brokkoli, Broterde, Selleriekartoffelschaum

2 Nachspeisen

Unsere Nachspeisen:

  • Biene im Kamillenfeld: Erdbeere, Kamille, Honig aus Wollbach
  • Vogelnest: Beeren, Panna Cotta, dunkle Schokolade, Pistazien

Großes Kompliment und vielen Dank an Sandra Hofer.

Wenn Corona mal vorbei ist, kann man es sich an der Bar noch ein wenig gut gehen lassen, die sieht auch klasse aus.

Korrespondierende Weine

Bei der Wahl des passenden Weines haben wir uns auf die Empfehlung unserer Service-Betreuerin verlassen und bekamen jeweils ein Glas Wein passend zum Fortschritt des wunderbaren Menus. Allein schon die Namen der Weine aus der Region waren ein Vergnügen.

Was soll ich sagen? Wir hatten einen wunderbaren Abend im Restaurant der Alten Posthalterei. Wir wurden sehr liebevoll betreut, aber nie aufdringlich, wir wurden zu nichts genötigt, was wir eigentlich nicht wollten – perfekt.

Den im Juni geltenden Corona-Regeln folgend mussten wir dann um 10:00 Uhr den Abend im Restaurant beenden. Sonst hätten wir wahrscheinlich noch in den Geburtstag hineingefeiert.

So machten wir uns auf ins Kutscherzimmer und konnten ganz großartig schlafen in den hervorragenden Betten.

Das Frühstück

Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen - Frühstück
Die Alte Posthalterei in Zusmarshausen – Frühstück

Auch das Frühstück am nächsten Morgen war reichhaltig, gesund und lecker. Für jede Geschmacksrichtung gab es reichlich Auswahl. Das Sonntagsfrühstück wird offenbar auch in der Region gerne genutzt für ein Treffen mit Freunden oder Familie.

Bei gutem Wetter bietet sich auch der schön gestaltete Biergarten im Innenhof sicherlich dazu an. Bei unserem Besuch war der Sonntag leider verregnet, aber das tat unserer guten Stimmung keinen Abbruch.

Gut gestärkt und von der Entdeckung dieses wunderbaren Hotels in beste Laune versetzt traten wir unseren Heimweg an.

Das war unser erster, aber sicher nicht unser letzter Aufenthalt im Hotel Alte Posthalterei in Zusmarshausen.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Hotel & Restaurant Alte Posthalterei in Zusmarshausen.

Weitere Ausflugstipps, Reisetipps gibt es hier.

Informationen zu Zusmarshausen

Hier zum Abschluss noch ein paar Informationen über die Geschichte und Umgebung von Zusmarshausen.

Historisch

Die Region um Zusmarshausen wurde bereits seit der Altsteinzeit besiedelt, wie der 2008 gefundene Faustkeil von Wörleschwang beweist. Die Entstehung des Ortes vermutet man im 7. oder 8. Jahrhundert. Zusmarshausen wurde urkundlich erstmals durch König Arnulf im Jahr 892 erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag Zusmarshausen im Herzogtum Schwaben. Im Jahre 1295 erhielt die Gemeinde Marktrechte.

Mit der Schlacht bei Zusmarshausen fand am 17. Mai 1648 das letzte größere Gefecht des Dreißigjährigen Krieges statt. Heute erinnert das Logo der ortsansässigen Brauerei Schwarzbräu, ein Fahnenschwinger aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, sowie die Biersortenbezeichnung „Schwedenpils“ an die Bedeutung der damaligen Ereignisse für den Ort.

Umgebung

Wo einst schon Berühmtheiten, wie oben erwähnt, übernachteten, im historisch geprägten Hotel, mitten im Naturpark Westliche Wälder bei Augsburg gelegen, bietet das Hotel ein gutes Zentrum für Ausflüge, Wanderungen, Badetage und sportliche Aktivitäten.

Zusmarshausen liegt an der Zusam, einem Nebenflüsschen der Donau in Bayern. Der fußläufig erreichbare Rothsee ist aus dem Aufstau der Roth entstanden und dient der Naherholung mit Badeanstalt und Bootmöglichkeiten.

Der See zieht sich recht lang und wirkt naturbelassen. Die Badeanstalt am Beginn weist aber schöne Liegewiesen und Badestege auf.

Im Naturpark Westliche Wälder gibt es viele Wandermöglichkeiten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade und Radstrecken.

Die Stadt Augsburg ist seit letztem Jahr Unesco-Welterbe-Stadt. Erreichbar in nur 23 Kilometern Entfernung bietet sie kulturelle Vielfalt vom Feinsten.

Man kann also vom Hotel Alte Posthalterei aus so Einiges erkunden und erleben.

Fazit

Unser Ausflug nach Zusmarshausen war ein voller Erfolg. Wir hatten eine tolle Unterkunft, haben wunderbar gegessen und geschlafen, die Umgebung hat uns auch gefallen und für den Rückweg nach München sind wir über Landstraßen gefahren. Dabei haben wir noch einen kurzen Stopp in Augsburg eingelegt. Rundum zu empfehlen!

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3 Comments

  • Heidi

    Hallo Karen, schön wieder ein interessanter Bericht, der zum Nachmachen animiert. Was bitteschön ist ein „Onzenei“?
    Weiter so, ich freu mich schon auf den nächsten Bericht. Danke

    • Karen

      Liebe Heidi,
      Nachmachen lohnt sich wirklich. Ein Onzenei ist „ein Ei, das nach japanischer Sitte eine Stunde bei 64 Grad gegart wird, in Japan aber „Onsen-Tamago“ heißt.“
      Das hatte ich vorher auch noch nicht gekannt. LG

  • Harald

    Das klingt nach einem Hotel, in dem man gerne einmal ein Wochenende verbringen möchte.

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