Sternfahrten auf Mallorca im Südwesten: 5 Lieblingsorte zum Durchatmen
Der Südwesten Mallorcas ist mein offener Startpunkt – Meer im Blick, Sonne im Rücken, der Tank voll und der Tag liegt vor mir. Von hier aus geht’s mal links, mal rechts, selten geradeaus. Mein Lieblingsmodus: kein Plan, nur irgendeine Richtung.
Sternfahrten auf Mallorca im Südwesten: 5 Lieblingsorte zum Durchatmen
Hier stelle ich dir fünf kleine Sternfahrten vor, Tagestouren, die zeigen, warum ein (Miet)-Auto auf Mallorca nicht einfach praktisch ist – sondern volle Freiheit.
1. Sant Elm – das Ende der Straße und der Anfang der Gelassenheit
Ich rolle morgens los, den Kaffee fast noch in der Hand, Fenster offen, Musik laut. Die Straße nach Sant Elm windet sich durch Pinienwälder, schon das ein Genuss. Bis sie plötzlich endet – einfach so. Hier hört Mallorca auf, sagt man. Stimmt, aber es fängt auch etwas Neues an, vor allem, aber nicht nur, nach der Saison: Ruhe.
Ich parke am Straßenrand, laufe die Treppen und abschüssige Straße runter ans Wasser, schon liegt der kleine Strand vor mir. Schuhe aus, barfuß durch den Sand, während die Sonne langsam alles in Gold taucht.
Vielleicht, ganz vielleicht, tauche ich meine Füße ins Wasser. Im zeitigen Frühjahr ist das Wasser noch kalt, im Herbst allerdings hat es sogar für mich Frostköttel Badetemperatur.
Ein paar Fischer- und Sportboote schaukeln in der Bucht, gegenüber liegt Sa Dragonera wie eine schlafende Echse im Meer.

Ich sitze hier am Strand oder auch in einem der süßen Cafés und träume vor mich hin.
Wenn du Lust auf mehr Sant-Elm-Vibes hast – ich hab hier schon mal ausführlich darüber geschrieben:
Sant Elm Mallorca – 1 super Tipp für den Südwesten
Sa Dragonera – super Ausflug zur Dracheninsel vor Mallorca
2. Valldemossa – zwischen Orangenblüten und Kopfsteinpflaster
Es gibt Fahrten, da geht’s gar nicht ums Ziel, sondern um den Weg. Die Tramuntana ist so eine. Kurve, Blick, Kurve, Fenster auf: Duft der Insel. Ausblicke zum Niederknien, wenn ich gerade könnte. Aber ich fahre ja.
Also kleine Haltebuchten zum Staunen, denn während der Fahrt entgeht mir Manches. Irgendwann taucht Valldemossa auf – wie ein Märchen aus Stein und Licht.
Ich bummele durch die Gassen, planlos, ziellos, nicht gedankenlos. Lande dann doch bei der Kartause, denke an Chopin und George Sand. Wie muss es damals gewesen sein?
Na ja, das Buch: Ein Winter auf Mallorca gibt da ja durchaus Einblicke. Zuhause werde ich wieder einmal darin blättern und lesen.
In diesem Beitrag erzähle ich dir mehr über das Buch Ein Winter auf Mallorca von George Sand:
5 Super Sonnenschein Mallorca Bücher

Weiter geht´s einfach ein Stück den Hügel hoch, bis ich über den Dächern stehe. Unten leuchtet das Dorf, oben singt ein Vogel. Mallorca-Magie.
Auch hier kein Mangel an Cafés, eines verlockender als das andere. Spezialität: Coca de Patata, bitte noch warm.
3. Cap de Formentor – wo die Winde den Kopf frei pusten
Okay, das ist kein kurzer Abstecher vom Südwesten – eher ein Roadtrip. Aber wenn man den Norden erreicht, weiß man, warum man’s gemacht hat. Die Straße zum Cap ist eine Achterbahn aus Kurven, Ausblicken und „Wow“-Momenten.
Schon am Ausblick vor dem Cap stürmt es. Oben am Leuchtturm reißt der Wind fast die Mütze vom Kopf (sprichwörtlich, ich bin nicht so der Mützen-Typ). Ich lehne mich ans Geländer, schaue auf die schroffe Küste und die steil abfallenden Klippen – und atme einfach.
Immer wieder begegnen mir hier die Wildziegen, teilweise recht zutraulich. Wie die klettern können! Wahnsinn.

Auf dem Rückweg halte ich irgendwo an, steige aus, laufe ein Stück Richtung Klippen. Kein Mensch, nur das Meer, das rauscht.
Na klar ist das Cap de Formentor das Ziel, aber gefühlt bin ich nur, ich stehe da und fühle und staune. Absolute Leere und absolutes Gefühl. Das macht diese Insel mit mir.
Den kompletten Beitrag über das Cap findest du hier:
Mallorca Cap de Formentor – 1x zum Treffpunkt der Winde
4. Es Capdellà – das Dorf, das atmet
Gar nicht weit bis dahin, nur ein paar Minuten von der Küste entfernt – und doch fühlt es sich an wie eine andere Welt.
Allein die Fahrt ist schon ein Vergnügen: durch hügeliges Gelände, entlang saftiger Wiesen, gerne mit Schafen unter blühenden Mandelbäumen, dazu Berg- und Waldlandschaften. Genuss ohne Ende.
In Es Capdellà scheint die Zeit zu schleichen. Ich parke mitten im Dorf, laufe los, einfach der Nase nach. Katzen dösen auf warmen Mauern, irgendwo klirrt Geschirr. Nichts Spektakuläres, nur Dorfleben auf mallorquinisch. Und das ist es.
Ich nehme einen kleinen Pfad hinter der Kirche, der in die Hügel führt – nichts, was im Reiseführer steht (glaube ich), aber wunderschön. Der Blick über die Landschaft, das Zirpen der Grillen, Zitronen an den Bäumen – das sind diese kleinen Momente, die hängenbleiben.
Danach gibt’s einen Cortado auf der Dorfterrasse. Vielleicht auch ein Pa am´b Oli, nichts passt hier besser.
Extra-Tipp: Bei Es Capdellà gibt es das wundervolle Hotel Castell Son Claret. Traumhaft gelegen am Fuße der Tramuntana, kann ich mir kaum ein schöneres Hotel für einen besonderen Aufenthalt vorstellen.
5. Cala Figuera – Abendgold und Meeresrauschen
Eine längere Fahrt, aber ein Lieblingsabschluss für einen Roadtrip-Tag: Cala Figuera. Die Anfahrt zieht sich, aber der Ort entschädigt sofort. Ich laufe runter ans Wasser, wo die Fischerboote in der tiefen schmalen Bucht schaukeln, und folge dem Pfad am Ufer entlang. So malerisch! Postkarte pur.
Das Licht wird weicher, das Meer glitzert, irgendwo klappert jemand mit Tellern zum Abendessen. Ich setze mich auf die Steine, ziehe die Schuhe aus und lasse die Füße zusammen mit der Seele im Wasser baumeln. Und denke: Genau deswegen braucht man einen Mietwagen, ein Auto – um einfach dorthin zu kommen, wo’s sich richtig anfühlt.

Mehr über Cala Figuera kannst du in meinem Beitrag Perfektes Paddeln in Cala Figuera lesen.
Fazit: Sternfahrten auf Mallorca im Südwesten: 5 Lieblingsorte zum Durchatmen
Oft ist der schönste Moment nicht das Ankommen, sondern der Weg dahin. Und das Ankommen. Und das Da-Sein.
Dies sind gerade mal 5 Lieblingsorte auf Mallorca. Ich habe so viele mehr. Aber gerade diese gehören für mein Inselgefühl dazu, deshalb habe ich sie dir einfach mal vorgestellt. Ob sie dir wohl auch gefallen?
Ein Auto auf Mallorca ist, finde ich, kein Luxus, sondern ein Schlüssel – zu Stille, zu Weite, zu diesen kleinen Augenblicken, die du nicht planen kannst.
Also: Fenster runter, Musik an, Navi aus. Der Rest ergibt sich unterwegs.
Welche Strecke würdest du fahren? Schreib gerne in die Kommentare.









4 Comments
Monika Köhler
Liebe Karen,
was für ein schöner Reisebericht. Ich bin auch ein großer Mallorca-Fan und die schönen Bilder lassen mich sehnsüchtig an schöne Erlebnisse dort zurück denken. Danke dafür!! Mein Lieblingsort ist übrigens Valldemossa.
Alles Liebe. Monika
Karen
Liebe Monika,
Ach ja, Valldemossa ist so ein Juwel, vor allem außerhalb der Saison.
Vielen Dank für deinen Kommentar, freut mich sehr.
Liebe Grüße
Karen
Anja
Hallo Karen,
das sieht soo schön aus. Ich war noch nie auf Mallorca, dafür habe ich auch zu sehr „schiss“ vorm Fliegen.
Cap de Formentor: Die Klippen haben sich definitiv gelohnt. Die Aussicht ist echt mega schön.
Liebe Grüße, Anja
Karen
Liebe Anja,
dann hast du definitiv etwas verpasst.
Es ist wirklich so eine schöne Insel. Aber Flugangst ist natürlich auch ein Thema, das verstehe ich.
Liebe Grüße
Karen