1 Wochenende in Antwerpen: Altstadt, MAS & beste Fritten
Dieses Mutter-Tochter Wochenende in Antwerpen beginnt für mich erst mal allein. Meine Tochter reist separat an, wir treffen uns erst später im Hotel – und das steigert meine Vorfreude noch einmal.
Dazu auch mein Beitrag: Das erste Mal ganz alleine reisen – alles anders
Ankommen im schönsten Bahnhof Europas
Ich komme am Antwerpen-Centraal an, einem der schönsten Bahnhöfe überhaupt, und mache erstmal genau das, was man hier tun sollte: stehen bleiben, schauen, staunen.
Erstes Highlight: der Bahnhof
Das majestätische Gebäude ist auch eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Antwerpen, dieser Stadt mit ruhmreicher Vergangenheit, aber eben auch lebendiger Gegenwart.
Hohe Kuppeln, viel Licht, eine Mischung aus Bahnhof und Kathedrale – ich hatte ja keine Ahnung! Eine Eisenbahnkathedrale, so wird er hier auch genannt. Wie wahr!


Man kommt nicht einfach nur an, man bleibt hier hängen. Ich laufe ein bisschen durch die Hallen, schaue nach oben, lasse das Ganze auf mich wirken. Kann mich kaum trennen.


Der Bahnhof wurde bereits mehrfach zu einem der schönsten der Welt gewählt, unter anderem von Newsweek, Mashable und The Telegraph.
Zentral wohnen, alles erreichen
Irgendwann ziehe ich dann doch Google Maps auf dem Handy auf – grobe Richtung Innenstadt. Kein perfekter Plan, eher so ein „wird schon passen“. Und genau so ist es auch: Schritt für Schritt, vorbei an schönen Fassaden, kleinen und großen Läden, immer mit einem kurzen Blick aufs Handy und dann wieder nach oben.
Der Weg fühlt sich sofort richtig an: breite Straßen, schöne Fassaden, viele Geschäfte. Antwerpen macht es leicht, einfach anzukommen.
Ziel ist das Hilton Antwerp Old Town – direkt an der Groenplaats, also mitten im Geschehen. Besser geht’s kaum, wenn man nur ein Wochenende Zeit hat und möglichst viel zu Fuß erreichen will.
Das Hilton Hotel Berlin Gendarmenmarkt ist übrigens auch toll für einen Städtetrip: Hilton Hotel Berlin Gendarmenmarkt. Lies mal.
Im Hotel lege ich kurz den Koffer ab, staune über die Größe des Zimmers – und wenig später ist meine Tochter auch da und wir genießen ein gemeinsames Wochenende.
Mitten ins Herz: Grote Markt & Altstadt
Das Herz Antwerpens schlägt am Grote Markt.
Rund um den Platz: prächtige Giebelhäuser, historische Zunfthäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert und Kopfsteinpflaster, das Geschichte spürbar macht.
Freitagabend, und die Stadt lebt. Überall sitzen Menschen draußen – selbst im Winter. Belgische Biere, Fritten und diese besondere Atmosphäre: Wir sind mittendrin.



Warum Antwerpen eigentlich „Hand werfen“ heißt
Direkt vor dem Rathaus Antwerpen steht ein Brunnen mit einer Figur, die auf den ersten Blick einfach nur dekorativ wirkt – bis man die Geschichte dahinter kennt.

Die Statue zeigt den römischen Soldaten Silvius Brabo, deshalb Brabo-Brunnen.
Die Geschichte dahinter ist ziemlich drastisch: Der Riese Antigoon verlangte von Schiffern Zoll – wer nicht zahlte, verlor seine Hand. Der römische Soldat Brabo besiegte ihn, hackte ihm die Hand ab und warf sie in die Schelde.
Daher soll der Name Antwerpen kommen – abgeleitet von „hand werpen“, also „Hand werfen“.
Wunderwerk Liebfrauenkathedrale


Ein paar Schritte weiter ragt die siebenschiffige Liebfrauenkathedrale in den Himmel – kaum zu übersehen und innen genauso beeindruckend wie von außen. Der filigrane Turm, 123 Meter hoch, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Neben der prächtigen Architektur ist auch die Vielzahl an Kunstwerken innen imposant: allein zwei Triptychons von Rubens sind dabei. Kein Wunder, ist er doch ein Sohn der Stadt.
Allerliebst: Nello & Patrasche
Vor der Liebfrauenkathedrale liegen sie, Nello und Patrasche, Hauptfiguren des Märchens „Ein Hund aus Flandern“. In der Geschichte freundet sich der arme Waisenjunge Nello mit dem verlassenen Hund Patrasche an. Durch eine Reihe von Unglücksfällen sterben sie gemeinsam. Ein Märchen mit einer Botschaft von bedingungsloser Freundschaft.


Das Schöne: Hier in der Altstadt liegt alles dicht beieinander. Kein großes Planen, kein Stress. Perfekt zum Ankommen und noch ein bisschen Schauen.
Ein Morgen im Wintergarten
Der nächste Tag beginnt im Hilton Antwerp Old Town – und zwar nicht irgendwo, sondern im Wintergarten.
- Frühstücksbuffet mit regionalen und ausgewogenen Speisen wird täglich von 6:30 bis 10:30 Uhr (Sa/Su: 7:00 11:00)
Viel Glas, viel Licht, dieser Blick nach draußen auf die Stadt, die langsam wach wird.
Das Frühstück hat genau diese Mischung aus ruhig und ein bisschen besonders. Kein hektischer Start, sondern eher ein langsames Ankommen in den Tag, sehr entspannt und gelassen.
Wir sitzen länger als geplant, reden, schauen raus, planen eigentlich nichts (oder alles) – und genau das ist der Punkt.
Draußen wird Antwerpen schon wieder lebendig. Drinnen ist noch dieser kurze Moment dazwischen.
Ein Tag in Antwerpen
Kunst & Geschichte: Plantin-Moretus Museum
Aber dann doch: Ein Ort, der mehr mit einem macht als erwartet.
Im Museum Plantin-Moretus wird die jahrhundertealte Geschichte des Buchdrucks lebendig. In dieser UNESCO-Welterbestätte kannst du die ältesten Druckerpressen der Welt und eine beeindruckende Kunstsammlung in einem wunderschönen Gebäude mit bezauberndem Innengarten bewundern.


Neben den alten Druckmaschinen und Räumen bleibt mir vor allem ein Aspekt hängen: wie stark Frauen damals nicht nur im Hintergrund zum Erfolg beigetragen haben – organisiert, geführt, weitergemacht. Das bekommt hier Raum und das macht den Besuch nochmal intensiver.
Tipp: Eine sehr lesenswerte, ausführliche Beschreibung des Plantin-Moretus-Museums gibt es bei Tanja Vielweib zu lesen.
Ganz anders dann der Hafen. Weit, offen, modern – ein schöner Kontrast zur Altstadt.
Hafenblick & Weite: unter der Schelde und hoch ins MAS
Der Weg dorthin führt durch den alten Fußgängertunnel unter der Schelde, den fast hundert Jahre alten Sint-Annatunnel.


Die alten Holzrolltreppen mussten wir natürlich ausprobieren. Es geht unter der Schelde hindurch auf die andere Seite. Auf dem linken Ufer fährt man mit den Rolltreppen nach oben und bewundert die Skyline von Antwerpen.
Het-Steen: neue Sehenswürdigkeit im ältesten Gebäude der Stadt
Bereits im 9. Jahrhundert gab es am heutigen Het Steen eine befestigte Siedlung, die aus Holzgebäuden, einem Erdwall und einem Graben bestand. Heute bietet Het Steen einen interaktiven Pfad, auf dem du durch die Stadt und die Zeit reist.
Auf dem Dach schließlich ein toller Blick über die Schelde und die Stadt. Das Titelbild dieses Beitrags zeigt Het Steen.
MAS – bis zum Dach eines Museums
Im MAS | Museum aan de Stroom geht es Stockwerk für Stockwerk nach oben. Jede Etage, es sind ganze neun, ein neuer Blick auf die Stadt und ihre Geschichte.

Besonders der Bereich zur NS-Zeit bleibt hängen – ruhig, klar erzählt, nicht überladen, aber spürbar.


Und dann wieder raus auf die nächste Ebene: Licht, Luft, Blick über Hafen und Stadt. Auf der Dachterrasse darf man sogar picknicken und einen 360-Grad-Blick über Antwerpen und seine Umgebung genießen. Reiner Genuss, auch ohne Picknick.
Tipp: Das Café Storm am Fuße des MAS ist ein stimmungsvoller Treffpunkt. Die sonnige Terrasse ist perfekt für einen Snack.
Kunst, Mode und ein kleines Detail, das bleibt
Das Rubenshuis ist einer dieser Orte, die man einfach mal gesehen haben sollte. Eingebettet zwischen Geschäften öffnet es sich nach hinten zu alten Mauern.

Und dann wieder raus ins Modeviertel Antwerpen – komplett anderer Rhythmus. Schaufenster, die eher wie kleine Ausstellungen wirken, viele besondere Läden.



Wir bleiben immer wieder stehen, schauen, gehen weiter. Ohne Ziel, aber genau richtig.
In einem der Designläden entdecke ich einen Spiegel, der mir sofort im Kopf bleibt – nicht spektakulär groß, nicht laut, aber irgendwie besonders. So ein Stück, das man nicht sofort braucht, aber auch nicht mehr vergisst.
Ein paar Wochen später bekomme ich genau diesen Spiegel von meinen Kindern zu Weihnachten geschenkt. Einfach so. Ohne große Worte dazu – aber mit Aufhängung inklusive. So schön!
Abends zwischen Gesprächen und einem zweiten Drink
Abends landen wir wieder in der Nähe unseres Hotels, dem Hilton Antwerp Old Town – und irgendwie ist überall Leben.


Trotz Regen sind die Straßen voll, viele sitzen draußen, unter Heizstrahlern, dicht an dicht. Antwerpen wirkt an diesem Abend unglaublich lebendig.
Im Restaurant selbst ist kaum ein Platz frei. Wir bekommen noch zwei Plätze direkt an der Bar – und bleiben einfach dort. Essen, trinken, schauen.

Es ist laut, lebendig, ein bisschen eng – aber genau das macht die Stimmung aus.
Und mitten drin unsere Gespräche. Ungeplant, wie so oft. Und genau deshalb gut.
Kleine Stopps, die einfach dazugehören
Antwerpen kann auch ziemlich gut „einfach nur genießen“:
- Belgische Pralinen
- Ein Abstecher ins Diamantenviertel Antwerpen
- Immer wieder kleine Cafés und Läden am Weg



Antwerpen funktioniert genau so: treiben lassen und immer wieder hängen bleiben.
Zum Abschluss: Fritten auf die Hand
Bevor es zurückgeht, gibt’s noch einen letzten Stopp bei Frites Atelier Antwerpen.
- Frites Atelier gilt als einer der besten Orte für Pommes in Antwerpen und sogar in ganz Belgien. Hier werden Pommes aus hochwertigen Kartoffeln zubereitet und mit ausgefallenen Toppings serviert.
- Ein weiterer beliebter Ort für Pommes ist Frituur Max mit handgemachten Pommes und interessanten Geschmackskombinationen.
Keine große Pause, kein langes Sitzen – einfach Fritten auf die Hand. Knusprig, heiß, genau richtig. Antwerpen ist bekannt für seine kulinarische Vielfalt, und die Pommes sind ein wichtiger Teil dieser Kultur. Wenn du in der Stadt bist, sind diese beiden Orte auf jeden Fall einen Besuch wert!
Wir stehen draußen, irgendwo zwischen Aufbruch und „eigentlich könnten wir noch bleiben“ und lassen das Wochenende langsam ausklingen.
Ein letzter Blick in die Straße, Menschen im Regen, Licht in den Fenstern.
Fazit: Antwerpen – Eine Stadt, die man unterschätzt
Antwerpen macht es einem leicht: viel sehen, ohne sich zu stressen. Genau das macht die Stadt perfekt für ein entspanntes Wochenende. Die Stadt zeigt sich, wenn man sie sehen möchte. Aber sie drängt sich nicht auf.
Kein Abhaken von Sehenswürdigkeiten, eher ein zufälliges: Oh wie cool ist das denn! Viele Entdeckungen eher nebenbei.
Mehr braucht es nicht. Hierher würde ich gerne wiederkommen für ein weiteres Wochenende in Antwerpen.
Und zum Schluss noch dieser Bahnhof:

Kurz zusammengefasst: 1 Wochenende in Antwerpen
- viele Highlights fußläufig erreichbar
- perfekte Mischung aus Kultur, Geschichte & modernem Leben
- entspanntes Reisen ohne großen Planungsaufwand
- ideal für ein Wochenende oder eine kleine Auszeit
Zwischen dem wunderschönen Antwerpen-Centraal, der historischen Altstadt, dem kreativen Modeviertel und Highlights wie dem MAS Museum ergibt sich diese Mischung aus Kultur, Alltag und kleinen Momenten, ein ganz besonderes Flair einer sehr besonderen Stadt.








4 Comments
?Tina von Tinaspinkfriday
Ich liebe Antwerpen. Die Stadt macht einfach Spaß. Dein Beitrag darüber auch. 😁 Deine Kinder sind ja toll, die Spiegelgeschichte ist rührend.
Liebe Grüße Tina
Karen
Ja, in die Stadt habe ich mich auch verliebt. Wie schön, dass es dir auch so geht.
Über den Spiegel freue ich mich jetzt jeden Tag. Kinder sind so ein Glück!
Liebe Grüße
Karen
Tanja Neumann
Antwerpen ist wunderschön, nicht wahr? Bin in einigen Tagen wieder da und freu mich sehr!
Danke für die Verlinkung. Liebe Grüße Tanja
Karen
Ich bin auch ganz begeistert von der Stadt. Und deine Beschreibung des Museums hat mir soooo gut gefallen.
Liebe Grüße
Karen