Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder? TOUR Meer und Wellen
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Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder?

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Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder? Nun, es tut sich was! Die weltweite Reisewarnung durch das Auswärtige Amt wird in Kürze, nämlich am 16. Juni 2020, für viele Staaten aufgehoben und ersetzt werden durch Reisehinweise für einzelne Länder. In diesem Beitrag zu Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder? geht es jetzt um Reisemöglichkeiten für die absehbare Zeit, im Wesentlichen um den Sommer 2020.

Teil 1 befasste sich ja eher mit dem, was nicht mehr ging und welche Rechte Reisende gegenüber den Veranstaltern haben. Auch die einzigartigen Rückholaktionen für deutsche Urlauber aus aller Welt sind Thema dieses Berichts.

Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder?

Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder? - nicht mehr lange geschlossen
Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder? – nicht mehr lange geschlossen

Solche Rückholaktionen wird es nicht mehr geben, Auslandsurlaub ist möglich, aber findet in Eigenverantwortung statt. Niemand sollte sich leichtfertig darauf verlassen: „Wenn ich krank werde, holt mich schon ein deutscher Außenminister ab“, denn:

„Jeder muss sich des Risikos bewusst sein.Eine Abholung deutscher Staatsangehöriger durch die Bundesregierung während einer möglicherweise im Ausland verhängten Quarantäne bleibt ausgeschlossen.“

Aus dem Beschluss der Bundesregierung

Reisewarnungen sind keine Reiseverbote und Reisehinweise sind keine Reiseeinladung„, betonte Außenminister Maas. Eine konsularische Betreuung im Notfall sei aber nach wie vor gegeben.

Vor einigen Wochen oder Monaten war ja vollkommen unklar, ob es in diesem Sommer überhaupt Urlaub anderswo als zu Hause geben würde. Inzwischen hat sich die Situation geändert, einige Länder werben schon wieder sehr um deutsche Urlauber, um auch die heimische Wirtschaft anzukurbeln.

Die neuen Bestimmungen

  • Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung aufgrund der Corona-Pandemie wird am 15. Juni für 29 Staaten aufgehoben, bleibt außerhalb Europas aber weiter bestehen.
  • Die EU hat ihre Außengrenzen noch geschlossen, doch innerhalb treten immer mehr Lockerungen in Kraft: So hat Deutschland seine Grenzkontrollen seit Mitte Mai reduziert, wegfallen sollen sie aber erst am 15. Juni. Auch Quarantäne-Regeln für Einreisende entfallen teilweise wieder.
  • Für Norwegen und Spanien gelten noch über den 15. Juni hinaus Einreisesperren wegen der Corona-Pandemie. Spanien wird voraussichtlich ab dem 21. Juni ein Ende der Einreisesperre verkünden.
  • Die Eu bemüht sich um einen möglichst guten Schutz der Touristen vor einer Corona-Infektion durch gemeinsame Kriterien.

Die einzelnen Länder sind schon dabei, „tragfähige Konzepte“ zur Einhaltung von Abstandsregeln und zur Handhygiene, zum Tragen von Masken und zur Belüftung und Desinfektion von Räumen zu entwickeln. Die Schutzkonzepte sollen auch Pläne für den Fall der Erkrankung von Urlaubern enthalten sowie hinreichende Testkapazitäten, Quarantäne- und Behandlungsmöglichkeiten nachweisen.

Zudem müssten die Empfehlungen der EU-Kommission für die Sicherheit von Passagieren und Personal auch in Transportmitteln wie Flugzeugen umgesetzt werden, heißt es in dem Papier aus dem Außenministerium.

Was momentan an den Binnengrenzen im Einzelnen gilt, hat die Bundespolizei hier zusammengefasst. Die Außengrenzen der Europäischen Union sind weiterhin abgeriegelt, das Verbot betrifft alle Flüge und Schiffsreisen, die ihren Ausgangspunkt außerhalb der EU haben. Ausnahmen gibt es für Staatsangehörige Norwegens, der Schweiz, Liechtensteins, Islands sowie Großbritanniens.

Die Bundesregierung will ihre pauschale Reisewarnung, die seit dem 17. März für alle Länder der Welt galt, für folgende Staaten aufheben:

  • die 27 Mitglieder der Europäischen Union
  • Großbritannien einschließlich Nordirland
  • die Schweiz, Island, Norwegen und Liechtenstein – sie sind kein Teil der EU, gehören aber zum Schengen-Raum, in dem keine Grenzkontrollen stattfinden

Also Koffer packen und los?

Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder? - Kofferpacken
Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder? – Kofferpacken!

Was bedeuten diese neuen Bestimmungen nun für uns, wenn wir unsere Ferien in Corona Zeiten außerhalb des Landes verbringen wollen?

Mit dem Kofferpacken sollten wir lieber doch noch ein wenig warten. Am Freitag werden die Innenminister der EU informell per Video-Konferenz beraten. Es wird darum gehen, wie die Reise- und Grenzbeschränkungen koordiniert wieder aufgehoben werden können. Italien, von der Corona-Pandemie früh und besonders hart in Europa getroffen, ist vorgeprescht: Das Land hat seine Grenzen am 04.06. wieder für alle EU-Bürger geöffnet.

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Kofferworld
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Eine wichtige Frage bleibt auch das Reisen in die Türkei, ebenfalls ein beliebtes Sommerziel. Auf der Ebene der deutsch-türkischen Tourismuswirtschaft laufen Gespräche darüber, wie Urlaub dort unter Beachtung besonderer Hygieneregeln wieder möglich wird.

Das kann noch länger dauern“, heißt es aus Regierungskreisen. Der Grund: Wenn deutsche Reisende die Türkei wieder ansteuern können, was wird dann mit den beliebten Zielen in Nordafrika wie Tunesien, Ägypten oder Marokko?

Im Eckpunktepapier findet sich dazu nur ein allgemeiner Hinweis. So wird für Länder oder Regionen, in denen Quarantänemaßnahmen weiterhin gelten, „dringend von Reisen abgeraten„. Bis zur „Aufhebung großflächiger Ausgangsbeschränkungen“ beziehungsweise noch bestehender Einreiseverbote für einzelne Staaten und Regionen gelte eine Reisewarnung fort.

Was passiert bei ansteigenden Infektionszahlen?

Überhaupt werden Reisen in Corona Zeiten kein unbeschwertes Vergnügen sein: So soll unter anderem in Zügen, Flugzeugen und Flughäfen eine Maskenpflicht gelten sowie in Unterkünften, Freizeitparks oder Sehenswürdigkeiten bestimmte Hygieneauflagen und Sicherheitsabstände obligatorisch sein.

Außerdem ist für die 29 europäischen Länder, für die die pauschalen Reisewarnungen aufgehoben werden sollen, eine Art Vorsichtsklausel vorgesehen. Sollte die Zahl der Neuinfektionen in diesen Ländern wieder stark ansteigen, behält man sich „Schutzmaßnahmen“ vor, etwa „länder- oder regionalspezifische Reisewarnungen„.

Die Bundesregierung orientiert sich dabei an der auch für die Bundesländer und Landkreise geltenden Obergrenze von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Wer aus einem solchen Corona-Hotspot zurückkehrt, der muss damit rechnen, zu Hause erst einmal in Quarantäne geschickt zu werden – oder gar an seinem Urlaubsort festzusitzen.

Denn wie oben schon gesagt: Das Risiko, in den 31 europäischen Staaten vom Virus eingeholt zu werden, wird jeder Reisende selbst tragen müssen, darüber müssen wir uns klar sein.

Eine Rückholaktion, wie sie das Auswärtige Amt für über 240.000 Deutsche aus aller Welt zu Beginn und im Verlaufe der Pandemie leistete, wird es diesmal nicht geben. Der Satz im Regierungs-Beschluss lässt daran keinen Zweifel: „Eine Abholung deutscher Staatsangehöriger durch die Bundesregierung während einer möglicherweise im Ausland verhängten Quarantäne bleibt ausgeschlossen.“ Quelle: spiegel.de/politik/deutschland/sommerurlaub-in-corona-zeiten-so-soll-reisen-wieder-moeglich-werden

Reisen in Corona Zeiten 2: Wohin geht die Reise?

Nachdem jetzt klarer wird, mit welchen Einschränkungen, aber auch neuen Möglichkeiten wir rechnen können für den Sommerurlaub 2020 – wie sieht es denn aus mit Urlaub im Ausland? Machst du Gebrauch von den Möglichkeiten und planst eine Auslandsreise? Wie ist die Stimmung?

Laut einer Forsa-Umfrage sieht es so aus:

  • Gut ein Drittel der Umfrageteilnehmer mit konkreten Reiseplänen (35 Prozent) warten erst einmal ab, wie sich die Reisesituation und die entsprechenden Maßnahmen entwickeln.
  • 27 Prozent gaben an, dass sie die nächste gebuchte Reise komplett stornieren wollen bzw. das bereits getan haben
  • Bei 12 Prozent der Reisewilligen hat der Reiseveranstalter den Plänen schon eine Absage erteilt.
  • Weitere 15 Prozent der Umfrageteilnehmer möchten zunächst abwarten, was der Reiseveranstalter ihnen vorschlägt.
  • Und zu einem kleinen Prozentsatz planen die Reisenden, die gebuchte Urlaubsreise auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr (fünf Prozent) oder im nächsten Jahr (vier Prozent) umzubuchen bzw. haben dies bereits getan.

Nord- und Ostsee im Fokus der Reisenden

Reisen in Corona Zeiten 2 - Nord- und Ostsee im Fokus
Reisen in Corona Zeiten 2 – Nord- und Ostsee im Fokus

Corona wird das Reiseverhalten – vermutlich nicht nur in diesem Jahr – stark verändern. Die reiselustigen Deutschen haben sich bereits während des Lockdowns intensiv mit dem Thema Urlaub befasst.

  • Knapp 70 Prozent der Deutschen wollen direkt nach Ende der Reisebeschränkungen wegfahren.
  • Auch abgesagte Reisen will die Mehrheit der Bundesbürger (60 Prozent) nachholen.
  • Knapp ein Fünftel (19 Prozent) möchte die Koffer unmittelbar packen, sobald die ersten Reisebeschränkungen wegfallen.
  • Weitere 30 Prozent wollen erst einmal ein bisschen Vorsicht walten lassen und abwarten, bis alle Reisebeschränkungen aufgehoben sind.
  • Für ein weiteres knappes Fünftel bleiben die Koffer im Schrank, bis das Corona-Virus eingedämmt wurde (19 Prozent).

Beliebtestes Reiseland ist für 69 Prozent der Befragten aber Deutschland. Innerhalb des Landes hat das Corona-Virus vor allem den Reisedestinationen an der Nord- und Ostsee ordentlich Auftrieb gegeben: Mehr als die Hälfte der Deutschen zieht es in der April-Umfrage – also während des Lockdowns – an die deutschen Küsten. Aber auch Bayern wird als beliebtes Ziel genannt.

Städtereisen haben ein wenig an Beliebtheit verloren (43 Prozent vor Corona versus aktuell 40 Prozent). Dazu passt auch die Aussage, dass 39 Prozent der Deutschen im nächsten Urlaub Kontakt zu anderen vermeiden wollen.

Größter Verlierer sind die Fluglinien:

Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder?  
- Flugzeuge am Boden
Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder? – Flugzeuge am Boden
  • So geben 41 Prozent der in der Score Media-Studie Befragten an, in Zukunft weniger Flugreisen unternehmen zu wollen.
  • Bei 41 Prozent der Deutschen kommt hier auch noch die Angst hinzu, bei einer Fernreise nicht mehr zurück nach Deutschland zu kommen.

(Quelle: Studie “Deutschland, deine Urlauber” der Score Media Group im April 2020)

Beim Schreiben dieses Beitrags, Reisen in Corona Zeiten 2: Was geht wieder?, schwingt bei mir immer der Gedanke an Mallorca mit, nach dem ich natürlich große Sehnsucht verspüre. Unser nächster gebuchter Flug startet Anfang Juli. Wir sind nach den neuesten Bestimmungen und Berichten ganz zuversichtlich, dass wir reisen können. Aufhalten werden wir uns dann in unserer Wohnung, so dass wir uns gut an die Hygienestandards und Abstandsregelungen halten können. Ich werde berichten.

Wie hältst du es mit dem Reisen in diesem Sommer? Ausland oder Inland? Küste oder Berge? Oder doch lieber Balkon oder Terrasse mit Kurzausflügen? Schreib doch mal, wie du es machst.

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