Krimi-Reihe „Bruno, Chef de Police“
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Krimi-Reihe Bruno Chef de Police – Spannung in 12 Bänden

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Die Krimi-Reihe Bruno Chef de Police stammt von Martin Walker (*1947 in Schottland), einem schottischen Historiker, politischem Journalisten und Schriftsteller. Walker studierte in Oxford und an der Harvard University und arbeitete viele Jahre lang für die britische Zeitung „The Guardian“. Heute leitet er neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit einen US-Thinktank (Denkfabrik).

Der Autor

Krimi-Reihe Bruno Chef de Police - Band 1
Band 1 Krimi-Reihe Bruno Chef de Police

1999 zog Martin Walker mit seiner Familie für die Sommermonate ins Périgord. Inspiriert von dessen Historie und seinen Bewohnern, entstand 2008 sein erster Kriminalroman Bruno – Chef de police. Seine Bruno-Romane erschienen gleichzeitig in elf Sprachen. (Ebenfalls im Périgord spielt der historische Roman Schatten an der Wand, der 2012 erschien.)

Martin Walker entführt seine Krimifans in das französische Périgord. Der Polizist Bruno Courrèges ermittelt als „Chef de Police“ zu regionalen Themen und politischen Geschehnissen. Da der Dorfpolizist Bruno leidenschaftlicher Koch ist, fließt viel der französischen Küche in die Bücher ein und lockert die spannenden Kriminalfälle rund um Mord, Raub, Betrug und Tierquälerei auf.

Vor 15 Jahren dann zog Walker mit seiner Familie nach Südfrankreich, wo er seither die Sommermonate verbringt. Erst dort, in seiner französischen Wahlheimat, dem Périgord, wurde der Journalist zum Krimiautor und die kleine Ortschaft, in der er lebt, zum Zentrum einer ganzen Krimiserie. „Ich wollte immer über diese Region schreiben“, erzählt der Autor.

Band 1 der Krimi-Reihe Bruno Chef de Police

Bruno Courrèges – Polizist, Gourmet, Sporttrainer und begehrtester Junggeselle von Saint-Denis – wird an den Tatort eines Mordes gerufen. Ein algerischer Einwanderer, dessen Kinder in der Ortschaft wohnen, ist tot aufgefunden worden. Das Opfer ist ein Kriegsveteran, Träger des Croix de Guerre. Weil das Verbrechen offenbar rassistische Hintergründe hat, werden auch nationale Polizeibehörden eingeschaltet, die Bruno von den Ermittlungen ausschließen wollen. Doch der nutzt seine Ortskenntnisse und Beziehungen, ermittelt auf eigene Faust und deckt die weit in die Vergangenheit reichenden Ursachen des Verbrechens auf.

Bruno ist ein richtiger Dorfpolizist, der eine vielversprechende Karriere zugunsten der ländlichen Beschaulichkeit geopfert hat. Ihm ist es wichtiger, dass er nach privaten Problemen hier in seinem abgeschiedenen Heim, wo er selbst Wein keltert und mit regionalen Produkten seine Kochideen auslebt, ein geruhsames Leben führt. Ihm reicht die beschränkte Aufregung durch einen gelegentlichen Streit mit Nachbarn oder der Diebstahl eines gut gereiften Käses.

Doch eines Tages wird ein alter Mann, Hamid Mustafa al-Bakr, ermordet in seiner Hütte aufgefunden und in seiner Brust ist das Hakenkreuz eingeritzt. Der Tote war einer jener Algerier, die im Krieg Seite an Seite mit den Franzosen gekämpft haben. Hamid war sogar Träger des Croix de Guerres (Kriegskreuz). Aber das scheint die Anhänger der rechtsradikalen Front Nationale nicht gekümmert zu haben, die als erbitterte Feinde der Immigranten gelten. Doch in Saint-Denis gab es noch nie Probleme mit den Rechtsextremisten und Bruno ist sich sicher, dass der Mord eine andere Ursache hat.

Sobald aber Politik im Spiel ist, wie bei diesem Fall, treten höhere Ermittler auf den Plan, die nicht immer nur aufklären wollen, sondern in erster Linie die Auswirkungen auf Parteipolitik und Minister verhindern wollen. Kleine Dorfpolizisten, wie Bruno einer ist, haben dabei nichts zu suchen.

Doch Bruno lässt sich nicht beiseite stellen und ermittelt seinerseits. Seine freundliche Wesensart macht es ihm leicht, weibliche Hilfe zu bekommen. Er ist beliebt sowohl bei den ortsansässigen wohlhabenden Damen aus Großbritannien als auch bei den übergeordneten Polizeibehörden. Bruno bekocht die Damen gerne, die bald nicht nur Baguette und Trüffeln am Geflügelsalat mit ihm teilen, sondern auch gerne noch mehr von ihm wollen.

Bruno strahlt soviel Lokalkolorit aus, dass man eigentlich sofort seine Koffer packen und nach Saint-Denis aufbrechen möchte. Es ist unglaublich, wie viel Flair dieser schottische Autor in die französische Landschaft und seine Menschen einbringt. Auch die schlimmste Missetat wird von dem malerischen Ambiente übertüncht und tritt angesichts der Ruhe und Gelassenheit des Dorfpolizisten Bruno zurück.

Krimi-Reihe in 13 Bänden

Die Krimi-Reihe Bruno Chef de Police beinhaltet stimmungsvolle Bücher, deren Reiz zwar auch die Spannung und Action ausmachen, aber in erster Linie doch ihre Faszination aus der Beschreibung des Lebens im Périgord zieht. Die Krimi-Reihe besteht bis heute aus 13 Bänden, wobei 12 bereits in deutscher Sprache erschienen sind. Der letzte deutschsprachige Band ist Band 12: Connaisseur

Der Autor Martin Walker

Dass Martin Walker Historiker ist, merkt man nicht nur seiner Art der Recherche an. Keines der Bücher kommt ohne historische Abschweifungen aus, ohne einen Blick in die Geschichte des Périgord etwa, wo in den Vierzigern die Résistance besonders stark war. Diese Mischung aus leichter Unterhaltung, dem Lokalkolorit einer wundervollen Landschaft und einem Streifzug durch Frankreichs Geschichte macht den Reiz der Bruno-Reihe aus.

Martin Walker liebt es, die große Welt in das Dorf einfallen zu lassen. Für seine Romane recherchiert er akribisch. 2012 etwa erschien „Schatten an der Wand“, ein historischer Roman, der die Geschichte der prähistorischen Höhlen von Lascaux erzählt: von den 17.000 Jahre alten Wandzeichnungen bis zur Neuzeit. Für diesen Stoff führte er Interviews mit ehemaligen Résistance-Kämpfern, ging in die Archive, durchstöberte Briefe und Berichte von US-Soldaten.

Ein positiver Protagonist

Nur selten findet man in der Krimilandschaft einen positiven Helden, der tatsächlich Spaß macht. Doch der Dorfpolizist Bruno ist smart und lustig, ein guter Koch, mag Tiere und Frauen und hat nur kleine Charakterschwächen,die ihn eher sympatischer erscheinen lassen. Schließlich haben wir ja alle unsere Schwächen, oder? Obwohl Polizist, trägt er nicht einmal eine Waffe, wenn er sich aufmacht, seine Heimat zu verteidigen.

Das Périgord profitiert von Martin Walkers Krimis

Die Bruno-Romane spielen im Périgord, genusstage-in-monce-im-schonen-perigord/. Sie werden inzwischen in 15 Sprachen übersetzt und sind die beste Werbung für diese Landschaft. Die Region kann das gebrauchen: Trotz zauberhafter Dörfer, 1001 Schlössern und Burgen aus dem 12. und 13. Jahrhundert, der romantischen Geschichte des Cyrano de Bergerac und der vielen guten Restaurants steht sie im Schatten der eleganten Badeorte am Atlantik sowie der wohlhabenden Stadt Bordeaux und ihres berühmten Weinanbaugebiets. Ein-Brite-zeigt-uns-den-Zauber-des-Perigord.

Diese Krimi-Reihe mit Bruno ist etwas für Frankreich-Liebhaber. Wer Frankreich und seine wunderbaren Landschaften schätzt, der wird auch diese atmosphärisch passenden Krimis lieben. Man muss ja nicht jeden lesen, aber schon einige der Titel machen Lust darauf. So habe ich Grand Cru als Vorbereitung auf St. Emilion gelesen. Schwarze Diamanten werde ich mir vornehmen als Abrundung der Trüffelsuche. Martin-Walker/Bruno-Chef-de-police

Die bisher erschienen Titel

  • 1: Bruno Chef de Police
  • 2. Grand Cru
  • 3. Schwarze Diamanten
  • 4. Delikatessen
  • 5. Femme Fatale
  • 6. Reiner Wein
  • 7. Provokateure
  • 8. Eskapaden
  • 9. Grand Prix
  • 10. Revanche
  • 11. Menu Surprise
  • 12. Connaisseur

Viel Spaß beim Lesen!

Kennst du Bruno schon? Liebst du ihn auch? Über einen Kommentar freue ich mich immer sehr.

Ein tolles Buch ist auch dieses: Der Gesang der Flusskrebse.

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2 Comments

  • Sieglinde Graf

    So schön, dass Du hier Bruno vorstellst und mit ihm natürlich Martin Walker und das Périgord.
    Ich war noch nie in echt dort, aber mit dem charmanten und tapferen Bruno in jedem bisher erschienenen Buch.
    Immer im Sommer zum Geburtstag bekomme ich das neueste. Das diesjährige habe ich aber bisher noch nicht gelesen, es liegt noch auf dem SuB (Stapel ungelesener Bücher). Aber, da hab ich noch was um mich drauf zu freuen.
    Dein sympathisches Portrait von Walker, Bruno und dem Périgord macht ja auch Lust dazu.
    Früher war ich öfters in Süd-Frankreich oder in der Bretagne, vor ein paar Jahren dann mal wieder im Burgund. Das stelle ich mir ein wenig vor wie das Périgord. Ihr seid dort ja öfters wie ich sehe und Eure Begeisterung wird deutlich.
    Herzlich grüßt Sieglinde
    P.S.
    Noch eine Anmerkung von mir: Dass Deine Blog-Posts nicht chronologisch einzuordnen sind, verwirrt mich ehrlich gesagt immer etwas. Das Kommentieren macht mir dann nicht soviel Lust, weil ich nicht weiß, wie aktuell der Post ist. Auch wenn dies Dein Konzept ist, für mich ist es eher schwierig. Nur damit Du weißt, warum ich mich eher selten hier melde.

    • Karen

      Wir haben es wieder getan und das Périgord besucht, sind gerade zurück. Du wirst also mehr hier lesen können. Ich kann dir die Region wirklich nur ans Herz legen, zumal wenn du ein Fan von Bruno bist. Auch eine Übernachtung in Toulouse und ein Besuch in Beaune und Dijon, also in der Bourgogne, sind dabei.
      Da mein Blog erst zwei Jahre alt ist, sind alle Beiträge aktuell. Und ich überarbeite sie auch kontinuierlich, sodass da nichts Altes dabei ist.
      Ich freue mich immer über Nachricht von dir, danke dafür. Liebe Grüße, Karen

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