Entdecke Traditionelle Glaskunst auf Mallorca - Altes Kunsthandwerk ganz heiß
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Was bringe ich mit? Wunderschöne traditionelle Glaskunst aus Mallorca

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Die Öfen der viele Jahrhunderte alten Glasbläsereien auf Mallorca sind noch längst nicht kalt, sondern ganz schön heiß: An der Landstraße von Palma nach Valldemossa liegt eine von ihnen: Lafiore. Ich liebe es ja, etwas Neues zu entdecken. Eine wunderbare Neuentdeckung für mich ist dieses uralte Handwerk. Wunderschöne traditionelle Glaskunst auf Mallorca mit eigenen Augen entstehen zu sehen, das wollte ich schon lange. Und dahin nehme ich dich heute mit.

Lafiore - Glasbläserei auf Mallorca
Lafiore – Glasbläserei auf Mallorca

Lafiore ist ein altes Familienunternehmen, das du besichtigen kannst. Dort schaust du Glasbläsern zu, wie sie einzigartige Gebrauchs- und Dekorationsgegenstände produzieren. Und natürlich kannst du dort auch das ein oder andere Mitbringsel kaufen. Für die Herstellung dieser Kunstwerke wird übrigens seit einiger Zeit auch Altglas verwendet. Das finde ich besonders spannend.

Traditionelle Glaskunst auf Mallorca: Uralte Tradition

Aber zunächst mal ein paar Informationen:

Phönizier bis Christen

Schon um 600 v. Chr. verarbeiteten die Phönizier auf Mallorca Glas, indem sie es in flüssiger Form in Sand- oder Tonformen gossen. Funde aus Alcúdia belegen, dass sie ihr Wissen um die Glasherstellung den Römern hinterließen. Die Araber wiederum erzeugten bereits buntes Glas, besonders in Grün, und formten verschnörkelte Dekore, die auch nach der christlichen Wiedereroberung beibehalten wurden.

Holzverbrauch für Schmelzöfen

Mit den Christen kam die Herstellung fein gefertigter Weingläser auf. Allerdings brauchte man für die Befeuerung der Schmelzöfen zur Glasherstellung so viel Holz, dass ganze Wälder verschwanden und die Glasherstellung zeitweise sogar verboten wurde.

Die Rosette von La Seu

Um 1600 brachte ein Glasbläser, aus Murano bei Venedig geflüchtet, wichtige Impulse nach Mallorca. Ein berühmtes Beispiel für den damaligen Aufschwung der Glaskunst ist die riesige Fensterrosette der Kathedrale von Palma, La Seu, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstand.

Die weltberühmte Rosette der Kathedrale von Palma
Die weltberühmte Rosette der Kathedrale von Palma

Weitere 100 Jahre später begann der Siegeszug der Glasindustrie, mit dem die kleinen Handwerksbetriebe nach und nach verschwanden.

Tourismus hilft dem Handwerk

Erst der aufkommende Tourismus führte zur Wiederbelebung dieses alten Handwerks auf der Insel. Heute kann man in den drei großen Glasbläsereien auf Mallorca zusehen, wie Gläser, Vasen, Lampenfüße oder Figuren entstehen. Und natürlich kannst du in den angegliederten Showrooms diese Kunstwerke dann kaufen.

Glasbläsern über die Schulter geschaut

Es lohnt sich sehr, einem Glasbläser bei der Arbeit zuzusehen. Mit der sogenannten Canya, einem Metallrohr, holt er glühende Masse aus dem Ofen, bei Temperaturen von ca. 1500 °C. Diese Masse bläst er wie einen kleinen Ballon auf, um dem Glas Fülle und Form zu verleihen. Mit Zangen bringt er das zähflüssige Gebilde in Form. Dabei darf die Canya keinen Moment lang stillstehen. Schließlich schneidet er es mit dem Tallant, einem scharfen Messer, vom Rohr und kühlt es in Wasser ab.

An der Glasbläserei hat sich seit Urzeiten nicht viel verändert. Das eingespielte Team formt ein Stück nach dem anderen. Du kannst dabei zusehen, wie Alltagsgegenstände hergestellt werden – fast unverändert seit 2000 Jahren.

Die Kunst wird immer noch vom Meister an den Lehrling weitergegeben und braucht viele Jahre der Übung. Es ist typisch, dass diese handgefertigten Stücke niemals vollkommen gleich aussehen. Daher stellt ein manuell hergestelltes Glasprodukt ein einzigartiges und sehr authentisches Andenken an Mallorca dar.

Die faszinierende Vorführung dieser uralten Kunst ist kostenlos. Dennoch solltest du einen kleinen Betrag in die bereitgestellten Kästchen legen. Ich finde, die Glasbläser haben eine Unterstützung verdient. Schließlich möchte ich ja auch gerne, dass das Handwerk überlebt.

Der Showroom

Der Showroom nebenan präsentiert sich als stylischer Interior-Store. Gedeckte Tische, die Sektkelche und Tischsets wirkungsvoll ins rechte Licht gerückt, elegant drapiert mit Blumenschmuck und beleuchtet von hauseigenen Kronleuchtern. In den Vitrinen ringsum leuchtet die Glaskunst in vielen Farben.

Neben Glas gehören auch Keramik, Holzkunst, Textilien und ökologische Kosmetik dazu. In der Auslage finden sich sogar Korbtaschen, Gewürzsalze und Hosenträger und Krawatten aus dem mallorcatypischen Zungenstoff. Besonders angetan hat es mir ein Schaukelstuhl aus diesem Stoff. Toll.

Ein typisch mallorqinisches Produkt aus Glas und gut geeignet als Mitbringsel ist die Aceitera. Das raffinierte Ölkännchen, das nie tropft, gibt es in verschiedenen Größen und Farben.

Glasbläsereien auf Mallorca

Heute gibt es auf Mallorca drei traditionelle Glasbläsereien – LaFiore, Gordiola und Menestralia – wo Besucher den Kunsthandwerkern bei der Arbeit zuschauen können.

  • Lafiore – Vidrio Artístico und Lifestyle Store www.lafiore.com, Esporles, Schnellstraße Palma-Valldemossa, Km 11,
  • Vidrios de Arte Gordiola, www.gordiola.com, Schnellstraße Palma – Manacor, Km 19,
  • Menestralia – Mestres del Vidre, www.menestralia.es, Campanet, Autobahn Palma-Alcúdia, Km 36

Und in Palma zumindest zum Shoppen:

  • Vidrierías Artísticas Mayra Carrá: Palma, Carrer de Tiziano, 26
  • Josefina Seguí, Vidrier de Candilon: Palma, Carrer de Ferrer de Pallares, 36B

Fazit

Den Glasbläsern auf Mallorca zuzuschauen, ist schon faszinierend. Uraltes Handwerk – moderne Produkte, noch dazu typisch für die Insel. Wenn du also nach einem schönen Reiseandenken suchst, bist du hier richtig.

Aber auch als Unternehmung an einem Regentag eignet sich der Besuch, auch wenn es auf Mallorca ja nicht so oft regnet. Und Kinder scheinen auch sehr interessiert an der Vorführung, das konnte ich sehen. Also durchaus für Familien als Ausflug geeignet. Auch ein toller Ausflug geht übrigens zum Torrent de Pareis.

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2 Comments

  • Jörg

    Hallo Karen,
    Danke für diesen interessanten Einblick. Da hat der Tourismus mal was gutes gebracht. Keine Überproduktion von Nippes, sondern der Erhalt einer uralten Tradition, toll!
    Schöne Karaffen und Gläser in leuchtendem Blau und Türkis – meine Lieblingsfarben! Welcher mallorquinische Wein sollte daraus getrunken werden? An der Cote d’Azure wäre es ein kühler Rosé mit ein paar Oliven…
    An einem schönen Plätzchen mit dem Blick aufs Meer, hmmm!

    • Karen

      Oh, im Sommer immer Rosé, mallorquinisch sehr kalt mit einem Eiswürfel! Dazu Oliven, Aioli, Sonne, nette Gesellschaft …

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